06 Juni 2007

Sticky :-)

Der Aktuelle Artikel ist weiter unten. Tipp: Scrollen!

Sooodele.
Ich suche: Webmaster, Grafiker, Lektor, Sponsoren.
Bewerbungen bitte an MaNiaC@die-enklave.de

Wenn man aus Scheisse Gold machen kann,
dann sitz ich hier auf einem verdammt großen Haufen davon!

Sooodele... Spendenlink und Shop sind schonmal eingerichtet...
vor allem am Shop werde ich noch basteln!
Packt weiter eure Vorschläge und Wünsche in die Comment-Spalte des Stickies!

/update

Das neue Urvieh ist gezeichnet! und diesmal siehts gut aus *g*
Ich gelobe es noch entsprechend zu digitalisieren sobald ich die Zeit finde!

30 Januar 2007

Dinge von Bedeutung

Nach langer Zeit eine Rückmeldung. Nicht aus Reue oder Pflichtgefühl, nicht einmal aus Freude im eigentlichen Sinne, vielmehr aufgrund einer lang erwarteten, geradezu beherrschenden Inspiration. Trotz allem kein göttlicher Auftrag, erwartet also nichts Weltbewegendes, denn zur Sonne hab Ich es noch nicht gebracht.

Für all Jene, denen nicht klar war, dass selbst der Autor dieser Zeilen nicht ohne Makel und Tadel ist, will ich anmerken, dass ich selbst keinesfalls über jeden Zweifel erhaben bin, weder die Weisheit mit Löffeln gegessen habe (denn Messer und Gabel eignen sich für ihre zähe Natur weit besser) noch in irgendeiner Weise über die Reinheit der Jungfrau Maria verfüge (Ich kann ohnehin keine Kinder zur Welt bringen und bin insofern von der Pflicht zur Bereitschaft zum Austragen eines Messias entbunden). Die Details und Verfehlungen mit der einhergehenden Selbsterkenntnis und Reifung sind erwiesener Maßen keine gute Unterhaltung.

Es gibt keine Selbsterkenntnis- oder Weisheitstalkshows. Keine Sendungen mit Arabelle und dem Titel „Ich bin dumm und geltungssüchtig genug um meine Seele in einer Talkshow zur Schau zu stellen!“. Niemand interessiert sich dafür wie Jemand aus seinen Fehlern lernt oder gar weise genug ist sie zu vermeiden. Vielmehr ergötzen sich alle daran, dass es scheinbar noch Menschen gibt, die dümmer, unfähiger, unreifer, verblendeter oder schlichtweg peinlicher sind als sie selbst. Doch dies soll keineswegs zu einer Anklage an die Fernsehlandschaft oder den allgemeinen Werte- und Kulturverfall werden. Ich begrüße diese Trends, machen sie es doch umso einfacher eine Vorauswahl an Menschen zu treffen mit denen man Dinge von Bedeutung bespricht.

Bedeutung ist ein wundervolles Stichwort. Menschen streben nach Bedeutung. Selbst wenn diese Bedeutung nicht das geringste bedeutet, vielmehr falsche Geltung bedeutet, bedeutet sie doch den scheinbar Bedeutsamen so viel. Wahrhaft Bedeutsames bedeutet heute ohnehin nicht mehr als das höchste Budget des aktuellen Kinostreifens, der jeweiligen Dokumentation für den Verfall all dessen was im Leben eine Bedeutung haben kann. Das Wort selbst offenbart schon warum viele es so verkennen. Die Bedeutung ist nichts anderes als die Deutung einer Bezeichnung und derren Konsequenzen. Was bedeutet etwas? Alles was wir hineinlegen. Ein Krieg hat keine Bedeutung und doch bedeutet er Leid und Tod, Sieg und Niederlage, Heldentum und Propaganda, Gier und Rücksichtslosigkeit, wirtschaftliche Interessen, Lebensumstände, aber auch menschliche Tragödien, Heldentum und Barmherzigkeit. So betrachtet hat Krieg also eine gewaltige Bedeutung und doch würde Niemand er klaren Verstandes ist behaupten Krieg sei bedeutsam für die menschliche Entwicklung. Jedes Symbol für den Frieden ist bedeutsamer, selbst wenn ein Symbol nicht immer viel bedeutet, so bedeutet es doch eine ganze Menge. Und nun genug der spitzfindigen Zerlegung relativer Begriffe.

Warum ich mich heute eigentlich an euch, meine getreuen Leser, wende ist gemeßen daran wohl weit weniger bedeutsam, aber eventuell ein wenig unterhaltsamer, hat er doch mit menschlichen Schwächen zu tun ohne den moralischen Zeigefinger unverhüllt in das Auge des Betrachters zu bohren – was das Lesen mitunter recht schwierig gestaltet, wie ich mir habe sagen lassen.

Es geht um Fanatismus. Auslöser meiner Überlegungen, selbstverständlich nicht die ersten ihrer Art, dennoch mit mehr Erkenntnis versehen als zuvor, war ein Streigespräch mit einem Mitmenschen, den ich nach wie vor niemals von Angesicht zu Angesicht getroffen habe, dennoch für weiser gehalten habe als er ist. Streigespräch deshalb, weil für eine Diskussion zuwenig Argumente, dafür aber umsomehr Beleidigungen, Provokationen und sonstiger rhetorischer Morast durch die virtuelle Luft flog. Das Thema scheint eher banal, wenn auch nach wie vor beliebter Stoff für derartige Streits:

Kondome. Nur ging es nicht, wie man meinen sollte, um Vor- und Nachteile, soziale und medizinische Bedeutung, sondern vielmehr um die Diffamierung all Jener, welche sich nicht rückhaltlos zu diesem Latexprodukt bekennen. Da dies keine Talkshow ist und nichtmal gerechter Zorn es rechtfertigt zur Unterhaltung anderer persönlich über Jemanden herzuziehen. Der Kernpunkt, der mich nachdenklich und nicht unbedingt wohlgesonnen gestimmt hat, war nicht die Bedeutung von Empfängnis- und Ansteckungsverhütung, sondern das Objekt und die persönliche Einstellung zu eben jenem. Und eben hier kommt der Fanatismus ins Spiel. Nichteinmal ich bin dreist genug im Ernst zu behaupten Kondome hätten keine Berechtigung oder Notwendigkeit. Aber ich bin frei genug zu sagen, dass sie mir eher unangenehm als willkommen sind. Welche Konsequenzen ich daraus ziehe, sei es die leichtfertige Ignoranz oder ein reifer und verantwortungsbewußter Umgang welcher im selben Interesse, aber mit anderen Mitteln arbeitet, war dabei vollkommen unerheblich. Mein Gegenüber jedoch war ein Fanatiker, welcher das Thema aus den Augen verloren und seinen einzigen Fokus noch auf dieses kleine Plastiktütchen gerichtet hat.

Die daraus resultierende Hetztirade gegen meine Person war der Grund der Klage welche meine heutige Inspiration darstellt. Und so erhält auch das kleine Plastiktütchen doch noch mehr Bedeutung als es ohnehin schon inne hat. Derartigen Fanatismus trifft man natürlich auch in einer Vielzahl anderer Erscheinungsformen, die sich gemeinhin darin ähnlich oder sogar gleichwertig sind, als dass nicht wohldurchdachte Prinzipien und Tugenden, Werte oder Überzeungen Kern der Sache sind, sondern einzelne Symbole, Gegenstände, Satzfragmente oder Ideen, die zwar Teil, aber nicht Ganzes sind. Wir treffen ihn mit rasierten Köpfen auf Anti-AntiFa-Demos. Wir begegnen ihm im Sozialkundeunterricht nach einer kritischen Bemerkung gegenüber der Demokratie. Wir treffen ihn überall wo es um Musik, Klamotten und Geschmack geht. Die Geschichte prägte ihn im Zeichen von Religionen und Staatsformen, Herrschergeschlechtern, Rassenreinheit und Eroberungen. Der Fanatismus ist allgegenwärtig und beständig. Er folgt im Schatten der Dummheit und sonnt sich in der Sonne der Intellektuellen. Er ist jedoch keine Form der Dummheit – sie macht es lediglich schwer Fanatismus reflexiv zu erkennen- sondern eine Verblendung. Die Wenigsten haben den Schaden im Sinn den sie letztendlich anrichten, vielmehr sind die Meisten Überzeugt von der Bedeutung und der Richtigkeit ihrer Sache, konzentrieren sich dabei aber auf einen keineswegs entscheidenden Teilaspekt und erheben ihn zum Prinzip. Neben den Blutrünstigen sind sicher auch Menschen den Kreuzzügen gegen die Ungläubigen gefolgt weil sie glaubten damit etwas Gutes zu tun. Wenn dies schwer zu glauben sein sollte reicht nur ein Blick in die Welt um zu sehen, dass heute noch vielerorts und nichtmal nur im Weltieblingskrisengebiet, dem Nahen Osten, kein Unterschied zwischen einem Andersgläubigen und einem schlechten Menschen sowie einem Gläubigen und einem guten Menschen gemacht wird. Oder eben einem Menschen mit Intimregenmantel oder nicht.




*gautsch*
 

27 Dezember 2006

Traum der Revolution


Jeder Traum ist eine Revolution,
denn nur wer sich traut die Schranken der Realität zu durchbrechen,
sie nieder und in Stücke zu reißen hat jemals genug Bausteine für etwas Neues.
Und so sollten wir lernen zu träumen,
damit wir nicht uns selbst im Zerrspiegel,
sondern die Sterne in ihren Splittern strahlen sehen.


05 Dezember 2006

Stiefelbetrüger und Kartenfüller

Deutschland scheint von Euro, Konjunkturschwäche und der demoralisierenden Weiblichkeit unseres Kanzlers gezeichneter und vor allem ausgedürrter zu sein als befürchtet. Pleite ist Deutschland, so pleite, dass es nichteinmal mehr für eine kleine Prise Schnee reicht. Dabei ist doch bald Weihnachten.

Und so schwitzen wir in unseren dicken Bekleidungskombinationen vor uns hin weil wir doch innerlich fest davon überzeugt sind, dass sie zu dieser Jahreszeit überlebensnotwendig sind. Nur wenige geben sich die Blöße der schieren Todeslust und ziehen sich vergleichsweise luftig an. Bei den eingepackteren Zeitgenossen überhitzt scheinbar gerne auch mal das Oberstübchen was ich heute am eigenen Leib zu spüren bekam. Dabei hätte ich doch nun wirklich damit rechnen müssen beim routinemäßigen Lebensmittelkauf als potentieller EC-Karten-Betrüger behandelt zu werden. Nun, das ist dann wohl auch meine eigene Schuld, habe ich mich doch auf meiner Karte mit der Unterschrift so weit verkünstelt, dass eine entsprechende Nachahmung meinerseits schwer fällt, besonders wenn man es eilig hat. Nach Vorlage meines Personalausweises war die Sache dann jedoch vorerst vom Tisch. Doch weit gefehlt wer glaubt, dass eine solche akkreditierung als ehrlicher Mensch lange währt. Eine Stunde später trieb es mich erneut in den vorher besuchten Laden, eine Kleinigkeit vergisst man nunmal ständig. Nachdem ich von der durchaus modisch (als Synonym für die Geschmacksirritation weiblicher Mitbürgerinnen im Video-Chica-Wahn) gekleideten jungen Dame durchaus richtig als Freak erkannt wurde zückte ich ob der meine Barreserven übersteigenden Summe von 2,99 für Sparmarken-Spülmaschinentabs erneut meine EC-Karte, gab mir diesmal Mühe bei der Unterschrift und deutete dies auch humanverbal mit einem leicht humoristischen Einschlag an. Entweder hat die Hitze den Humor oder das Gedächtnis der Dame an der Kasse irgendwie beeinträchtigt, jedenfalls lies sich der Gesichtsausdruck der mir zugeworfen wurde, welcher verständlich gewesen wäre wenn man ihr eröffnet hätte ihre Tochter im Drogenrausch geschwängert zu haben, keinen anderen Schluß zu, als dass in ihr etwas getoastet, klein und verschrumpelt vor sich hin dümpelte. Sie erkannte mich nicht wieder und ich musste erneut meinen Ausweis zücken. Zu meiner eigenen Sicherheit selbstverständlich. Die Logik ist bestechend, denn wenn ich mich einer fremden EC-Karte bemächtige und schon das Risiko eingehe damit zu bezahlen, dann nur die teuersten und besten Waren. Vielleicht spendiert der Nikolaus ja ein Gehirn, denn selbst eines das in einen Stiefel passt wäre an dieser Stelle wohl ein Upgrade.

Ein unerwartetes und minimal verfrühtes Nikolausgeschenk habe ich von meinem Mobilfunktanbieter erhalten. Ich wurde telefonisch über ein DSL-Angebot aufgeklärt, welches ich dankend und mit der schier nicht zu verübelnden Erklärung abgelehnt habe, dass das Haus einen Vertrag mit einem Anbieter hat und es daher wenig Sinn hat oder gar unmöglich ist. Auf meine Frage hin ob man mich als langjährigen und guten Kunden für diese Kooperationsbereitschaft nicht honorieren möchte wurde ich entsprechend an eine kostenlose Serviceline weitervermittelt wo mir eine freundliche, jedoch mit der Zeit vom Verkehrslärm leicht genervte junge Dame nach dem 5. Versuch einer Erklärung, die fast jedesmal zu 90% im Verkehrslärm unterging den seltsamerweise meine Gesprächspartnerin stärker wahrnahm als ich wurde mir eine Gutschrift über 5€ auf meiner nächsten Rechnung zugesagt. Gerade noch rechtzeitig bevor mein Spaziergang von einem Uni-Gebäude zum nächsten zuende gegangen war. Dafür war es noch nicht einmal nötig meine Stiefel auszuziehen.

Im übrigen wehre ich mich gegen diverse Unterstellungen die Stiefel würden dafür sorgen, dass der Nikolaus noch vor Beenden seines Werks an ihnen K.O. zu Boden gehen wird. Meine Stiefel werden heute nacht vor meiner Zimmertür verbringen. Glaube ist alles. Vor der Haustür wäre wohl zuviel des Vertrauens in die Ehrlichkeit oder schlichtweg eine Unterschätzung der perversen Vorlieben gewisser Mitmenschen. Vor der Zimmertür sind sie sicher. Dort würde ich vlt sogar den Nikolaus hören. Dass es ihn nicht gibt und die einzige Konsequenz aus meinem Vorhaben die sein wird, dass ich am nächsten Morgen auf dem Weg zur Toilette darüber stürzen werde lassen wir schlichtweg außer Acht.


*gautsch*

24 November 2006

Alive And Kickin'

Erstmal danke für eure Treue, denn obwohl ich euch so schmächlich im Stich gelassen habe warten doch einige gespannt auf neue Artikel meiner Wenigkeit *hust*
...oder ihr wollt nur sicher gehen dass ich nichtsmehr von mir gebe *g*
So oder so... danke an alle die mitgezittert und -gelitten haben, mir gehts wieder gut, ich habe ein Dach über dem Kopf und muss mir keine Gedanken machen mein Essen aus Mülltonnen klauen zu müssen (die werden heutzutage schwer bewacht). Allerdings nimmt mich das Studium zur Zeit sehr in Beschlag und dank eines chronischen Vitaminmangels (jetzt keine dummen Sprüche über meine Ernährung, ich weiß, dass meine Mutter recht hatte mit dem Obst :-P) war ich die letzt Zeit noch platter als sonst. Andererseits gehe ich in meinem Studium voll auf und ich habe mich noch nie so verstanden und akzeptiert gefühlt wie unter all den Spinnern, Freaks und Geeks die ich meine Kommilitonen nenne.

Neue Artikel sind in Planung, also harret aus!
mfg
MaNiaC
*gautsch*

/P.S.:


02 November 2006

Gegen Dummheit...

... ist wohl kein Kraut gewachsen. Selbst wenn jemals eines wachsen sollte, so würde es im selben Moment von einer wahren Meute Menschen, auf dem Weg zur nächsten Dummheit, zertrammpelt.

Doch ich greife vor. Was bedeutet Dummheit überhaupt? Es muss wohl mehr sein als die Abwesenheit der Fähigkeit zur Abstraktion, welche allgemein als Intelligenz definiert und bekannt ist, denn die Zahl Menschen die sich Dummheit unterstellen lässt ohne sich beleidigt zu fühlen bewegt sich im mikroskopischen Bereich. Dabei sollte es ein Kompliment sondergleichen sein, sprach doch schon Jesus den geistig armen das Himmelreich zu. Nein, das tat er natürlich nicht, doch ich wette etwas derartiges ging ihm durch den Kopf als er vor einer Meute geifernder Idioten an die Bretter genagelt wurde. Für sie muss es trotz der Tatsache, dass sie sich mehrheitlich einer damals populären Religion zugehörig fühlten, ein Heidenspaß gewesen sein. Der Unterhaltungswert von Gewalt, Schmerzen und Blut ist bis heute ungebrochen. Doch wer Augen hat zu sehen, der stellt sehr schnell fest, dass es nicht die schwindende Schicht der Intellektuellen ist, die derartige Unterhaltung präferriert. Vielmehr ist dies nach wie vor die primäre Unterhaltung für Menschen denen es an Verstand mangelt um zu erkennen, dass sie sich an Dingen ergötzen die sie niemals mit sich selbst veranstaltet wissen wollen. Manch einer mag sich nun auf den Schlips getreten fühlen und das auch zu Recht. Nicht, dass wir nicht alle hin und wieder unsere Unterhaltung aus niederen Teilen unserer Persönlichkeit ziehen würden, doch unterscheidet sich hier ein intelligenter Mensch von einem dummen Menschen zumindest insofern, als dass er sich dieser Tatsache schämt. Ja, ich verwende in diesem Fall den Begriff Intelligenz weitestgehend gleichbedeutend mit dem Begriff der Reife, welche sich nicht bedingen. Nicht direkt zumindest. Es ist selbst einem ungebildeten und mental wenig gesegneten Menschen möglich sehr reif zu sein doch stellt die Intelligenz eine immanente Forderung nach Reife dar. Wer fähig ist zu denken, zu überdenken und zu reflektieren, der sieht sich dem weniger geistig bemittelten insofern im Vorteil und muss aktiv gegensteuern um mit derselben Gedankenlosigkeit Dummes und Unreifes zu denken und zu tun.

Kann man also Menschen ohne intelligenzbegünstigende Disposition nicht weiter vorwerfen es nicht besser zu wissen, so stellt dies bei einem intelligenten Menschen weitestgehend ein Verbrechen dar. Warum also ist es eine der persönlichsten Beleidigungen dumm genannt zu werden? Effektiv ist es doch ein Freifahrtschein. Wer dumm ist, der weiß es nicht besser und darum kann man ihm daraus keinen Strick drehen. Wieso also bestehen beinahe alle Menschen darauf intelligent oder zumindest nicht dumm zu sein? Wieso laden sie freiwillig die Schuld für ihre Dummheiten auf sich nur um dem Prädikat zu entgehen? Zumal zurecht als dumm bezeichnete Menschen wenig Talent darin beweisen sich diesem Vorwurf zu entziehen. Als Antwort wählen sie in vielen Fällen schlichtweg die älteste Form der Argumentation, ihre Fäuste oder den nächsten greifbaren stumpfen Gegenstand, oder versuchen sich vergebens und in einem jeglicher Logik trotzden rheotorischen Ausfall. Gut, verlieren können sie ohnehin nicht, denn dafür fehlt es ihnen schlichtweg an der Intelligenz zu merken, dass sie geschlagen wurden.

Ist dies vielleicht der wahre Grund wieso die Dummheit niemals ausstirbt? Ist sie widerstandsfähiger als die Intelligenz? Weigert sie sich, statt zu überleben, einfach trotzig zu sterben? Sollte Darwin unrecht haben und es überlebt nicht der besser Angepasste, sondern der schlichtweg Uneinsichtige? Sollte die Intelligenz im offenen Kampf weiterhin der Dummeheit unterliegen wie ein Elektromagnetischer Puls einer Keule?

Ich jedenfalls plädiere dafür einen Feiertag den Dummen dieser Welt zu widmen, denn sie alle sollten zumindest einmal im Jahr dem Umstand danken, dass ihr Überleben in den seltensten Fällen von ihren geistigen Fähigkeiten abhängt.

*gefrustetesGesichtaufsetz*
*gautsch*

01 November 2006

...Let It Linger

Winter lässt sein kaltes Band wieder pfeiffen um die Hälse, die Tage werden kürzer und die Röcke länger. Während sich durch die Zeitumstellung eine melancholische Komponente in den Alltag, den Menschen wie der berüchtigte Autor dieses zynischen Machwerks nicht haben, einschleicht scheint auch die Zeit durch den früheren Sonnenuntergang konsequenter dem Ende entgegen zu sehnen. Der erwähnte Autor fühlt sich an dieser Stelle wie ein geistig verwirrtes Maiglöckchen da er seinen Kopf nicht im Frühling sondern im beginnenden und in Europa dank Überflutung in Portugal - da verleugne noch einer die Chaostheorie - sehr milden Winter aus dem Loch streckt in das er sich verkrochen hatte. Mögen Isolation und Sinneserweiterung auch manchmal ein akzeptables Surrogat für eine vollblütige Muse sein, so sind sie doch erschöpflich und auf Dauer sehr repetiv in ihrer weltfremden, morbiden Art. Nicht, dass die Welt oberhalb der Grasnarbe ihr hinsichtlich Morbidität in geringster Weise nachstehen würde. Nicht auf diesem Planeten und schon garnicht in einer Stadt in der es mehr Studenten als Parkplätze gibt, Kinder zurecht dazu erzogen werden auf dem Fahrradweg vorsichtiger zu sein als auf der Hauptstraße (da bei Autos eher von funktionierenden Bremsen ausgegangen werden kann) und die Wohnraumsituation selbst Anno 1945 nicht schlechter und gleichzeitig gestern in New York nicht teurer gewesen sein kann.

Ist man von Studenten eine gewisses Maß unkonventioneller Eigenarten durchaus gewohnt, so sind hier die Einheimischen immer wieder bemüht den Vorsprung nicht zu groß werden zu lassen. Sei es der ältere Herr, auf dem Weg zum Lungenarzt, der einen am Bahnhof um eine Zigarette anschnorrt und sogar bereit ist 20 Cent für ein selbst fabriziertes Exemplar zu bezahlen, der einem von den einer kapitalistischen Verschwörung erzählt die unter anderem an der Misere des deutschen Ostens Schuld hat, derren Drahtzieher er aber nicht benennen wollte, ja sogar meinte er habe schon zuviel gesagt - denn einmal saß er wegen den Menschen über die man nicht spricht bereits in der geschloßenen Psychatrie. Oder aber eine ältere Dame, die einem mittels Gestik und Mimik etwas begreiflich machen will, jedoch abwinkt und meint es sei nichts, nachdem man endlich die Kopfhörer aus den Ohren gezerrt hat, und einen mit dem seltsamen Gefühl zurücklässt sich gerade in einen Hundehaufen gesetzt zu haben. Ebenfalls um Anschluß - in Sachen Unzurechnungsfähigkeit - bemüht sind die öffentlichen Verkehrsmittel. In diesem Zusammenhang großer Beliebtheit erfreuen sich "Wo-hält-der-Zug-wohl-diesmal"-Lotto und die Schnitzeljagd auf nicht ausgeschriebene Busse.

Halten wir uns also an die Studenten. Man sollte meinen soviele junge und ambitionierte Köpfe sollten ein Umfeld voller Kreativität und Innovation schaffen, doch das einzige was man davon merkt ist eine spürbare Kunfusion die sich unter anderem in den Straßen ausdrückt, auf denen die Menschen selbst auf der Flucht nicht chaotischer Unterwegs sein könnten. Seinen Höhepunkt findet dieses Verhalten auf den Bahnsteigen und anderen Engpässen an denen sich die Bewegungssynphonie zu einer scheinbar chaotischen aber defakto hochintelligenten Massenbewegung verbindet welche nur ein Ziel zu haben scheint: Den Autor nicht auf normale Reisegeschwindigkeit beschleunigen zu lassen. Die Anpassung erfolgt schrittweise und in Folge dessen neigt erwähnter Schreibsklave inzwischen dazu planlos hin und her zu laufen oder einfach mitten auf der Straße stehen zu bleiben und über das Ganze an sich nachzudenken.

Momentan ist das Ganze eher eine raue Sache. Niemand scheint mit dem Sonderling zusammenwohnen zu wollen, selbst nach seiner finanziellen Rehabilitation, und so wendet selbst diese Leiderprobte Heide sein Angesicht gen Himmel und bittet um Hilfe. Die vorläufige Antwort war eine Erkältung im Schnelldurchlauf.

*gautsch*

08 Oktober 2006

Der Sache Auf Den Zahn Fühlen

Bin ich meiner körperlichen Präsenz doch sonst eher positiv gegenüber eingestellt und halte mich für einen der wenigen Menschen die mit ihrer weltlichen Erscheinung sehr gut zurecht kommen, so muss ich doch sagen: Das war ein verdammt häßlicher Zahn! Besser: zwei häßliche Zähne. Weisheitszähne nennen sie sich und irgendwie war das wohl auch der Wink. Wahre Weise, die sich nicht genieren das Klischee zu bedienen, sind alte, krumme und wenig attraktive Säcke. Ob ich jetzt wohl an Weisheit verloren habe? Oder nur an Gewicht? Gerate ich nun in eine Schieflage da meine intraoralen Gewichtsverhältnisse leicht nach links tendieren? Werde mir ein Drahtseil zulegen um das zu testen.

Neben den vollkommen irrationalen Schmerzen, die nie dort auftraten wo sie zu erwarten waren, war die wohl interessanteste Erfahrung an diesem Wochenende der vollkommen legale Drogentrip. Höllentrip wohl eher. Dass ich in meiner Notunterkunft (Wandschrank) die letzten zwei Tage alleine war gereicht meinem aktuellen Retter durchaus nicht zum Schaden. Soweit ich mich erinnern kann habe ich gewisse Dämonen angebellt sie sollen mich endlich in Ruhe lassen, danach habe ich geweint wie ein kleines Kind und kam mir dabei nicht nur dämlich sondern auch sehr theatralisch vor - geholfen hats trotzdem. Danach konnte ich nämlich schlafen, allerdings auch nicht ganz ungestört, denn zwei weise alte Männer unterhielten sich über mich und waren sich relativ uneins ob ich, der in diesem Gespräch wohl als Adept Marke Das-Kann-Doch-Nicht-Der-Auserwählte-Sein betrachtet wurde, über gewisse Fähigkeiten verfüge oder nicht. Scheinbar hab ich den Test bestanden, denn danach war Ruhe.

Da ich den Umstand berücksichtigen muss, dass nicht alle Menschen eine Ekelresistenz meines Kalibers aufweisen erspare ich mir, oder vielmehr euch, diverse Beschreibungen der Prozedur, wie die Wunden danach aussahen und was für witzige Formen Blut auf der Straße annehmen kann. Stattdessen nochmal was über Drogen. Waren es am Wochenende nur ein verschriebenes Breitbandantibiotikum und dazu ein eigenes, seit zwei Monaten abgelaufenes Analgetikum, die in dieser Kombination für Stimmung sorgten, so war die direkte Medikation während der OP um einiges krasser. Einmal falsch angewiesen - Schlucken? - und schon wars falsch und das Urvieh bekam die doppelte Dosis. Mein Erinnerungsvermögen leidet ein wenig darunter und ich bin mir nichtmehr sicher wieviel Geld ich anschließend für was auch immer Behandlungsrelevantes oder -irelavantes ausgegeben habe. Oder woher ich das Schokoladeneis bekommen habe. Jedenfalls war die OP sehr unterhaltsam. Ob nun meine Zunge angesaugt werden musste, weil sie großen Spaß daran hatte beim Spritzen im Weg herumzueiern, oder klein Manni während der OP das Summen angefangen hat weil ihm langweilig wurde. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass ich die ganze Zeit über meine Hose anbehalten habe. Ziemlich. Sicher.

Ein weiterer irreführender Aspekt ist das temporäre Rauchverbot. Von diversen Horrorstories eingeschüchtert hab ichs die ersten zwei Tage auch brav gelassen, hatte ohnehin genug zu tun und kaum noch Tabak und so kam eins zum anderen und das einzige was geraucht hat war mein Kopf. Das bischen Tabak das ich seit dem geraucht habe reicht geradeeinmal für eine konventionelle Filterzigarette, hat aber wohl dank Entzug und Medikation ungefähr den Effekt einer mentalen Mittelstreckenrakete. Schonmal Geld gespart.

*umfall*

/P.S.:

Tut mir Leid, dass sich alles und aber auch alles irgendwie verzögert, doch momentan liege nicht nur ich kreativ flach, sondern auch meine Art-Directorin im Bett (aber nicht mit mir sondern mit Grippe) und daher dauert es noch etwas bis das neue Urvieh verwertbar wird. Ich muss mich derweil um die Belange des Wohnens, Arbeitens und sonstige weltliche Pflichten kümmern. Unter andem muss ich diese verdammten Fäden loswerden. Die schmecken einfach nicht! Wenigstens ist das Bäckchen weg. Braves Immunsystem.

05 Oktober 2006

Mami, da ist ein Urvieh in meinem Schrank!

Die Expertise lautet klar auf klassischer Exilant per Exodus. Vlt ergibt dieser Satz für Irgendwen sogar einen Sinn. Ich mag ihn schlicht aus der Tatsache heraus, dass er gut klingt. Mein Geschmack steht nicht zur Debatte.

Ein Exodus wars allerdings tatsächlich, denn ich zog aus dem Zimmer wie die Isrealiten aus Judäa - oder so. Und auch ziehe ich nicht in mein Land beziehungsweise Zimmer, also bin ich momentan definitiv Exilant, nur dass meine Heimat ein relativer Begriff und kein absolutes Ziel, nichtmal einen absoluten Ursprung darstellt.

Dass die Zeit relativ ist wissen wir, und dass ich ihr so allerhand unterstellt habe ist in einem entsprechend betitelten Artikel weiter hinten auf dem Wahnsinn'schen Zeitstrahl jederzeit nachzulesen. Heute haben sich die meisten Thesen bewahrheitet. Die wache Zeit des Tages begann für die verdrehte Person, die sich hier Autor nennt, früher als gewohnt und es sollte sich so allerhand zutragen. Zuallererst ist kein göttlicher Funke herabgekommen um das Urvieh von seinen Wohnungsproblemen zu erlösen und so musste es sich auf Gedeih und verderb einem Freund ausliefern, der ihm Obdach und, quantitativ überwiegend, Stauraum zur Verfügung stellte. Bei diesem Unternehmen lernte das Urvieh einmal mehr, dass schwer reich nicht gleichbedeutend mit vermögend ist. Dass Massen den Raum krümmen wissen wir seit Einstein. Dass Massen auch das Kreuz krümmen wissen wir schon länger, haben heute aber wieder einen praktischen Beweis erbracht. Es muss kein primitiver Primat sein, der mit den Knien an seine Ellenbögen stößt. Nein, es kann auch die selbsternannte Krone der Schöpfung sein, wenn sie ohne nennenswerte Pause Kartons, Kisten, Möbel und allerhand anderen Unrat der Moderne durch die Gegend und schließlich in den 3. Stock, welcher nicht weniger als 36 Stufen von der Ebenerdigkeit entfernt lag, die mit jeder Stufe liebenswerter wurde.

Ich habe Schmerzen in einer ganz neuen Dimension kennengelernt und nur die körpereigenen Morphine halten mich momentan einigermaßen Beweglich. Ich weiß, dass morgen sämtliche Versprechen an die Muskeln eingelöst werden müssen und ich jede Bewegung bitte bereuen würde. Ein kleiner aber feiner Triumph über meine Grenzen wird aber verhindern, dass das Lächeln ganz aus meinem Gesicht verschwindet. Dafür allerdings ist der Zahnarztbesuch, welcher sich um eine Seite meiner Weisheitszähne kümmern wird, ja da. Meine Dankbarkeit wird grenzenlos sein, sobald sich die die Tage und Wochen zwischen mich und das Ereignis schieben.

Hier im Wandschrank wird nicht gegautscht, schlichtweg weil kein Stuhl hineinpasst. Daher falle ich jetzt schlichtweg rückwärts ins Bett, denn dies ersetzt den Stuhl. Der würde ohnehin nicht auf den improvisierten Tisch passen, der gerade einmal die Höhe eines Umzugskartons hat. Daher:

*umfall*

es grüßt das Urvieh aus dem Wandschrank.

03 Oktober 2006

I'll Be Back!

Es tut mir Leid, dass es gestern nichtmehr für einen Eintrag gereicht hat und auch heute bin ich eher bedrückt als in der Lage einen halbwegs humorvollen Gedanken zu fassen der sich nicht darum dreht wie unsymapthisch mir Frankreich ist.
Morgen ist der Tag des Umzugs, also wird das kleine Urvieh heute früh ins Bett gehen. Das ist übrigens neben dem PC auch das einzige was hier überhaupt noch steht und mir ist alles andere als wohl beim Gedanken an die Zukunft.
Ich hoffe ihr gönnt mir ein paar Tage Auszeit und vergesst mich trotzdem nicht.

mfg
MaNiaC
free webpage hit counter