01 November 2006

...Let It Linger

Winter lässt sein kaltes Band wieder pfeiffen um die Hälse, die Tage werden kürzer und die Röcke länger. Während sich durch die Zeitumstellung eine melancholische Komponente in den Alltag, den Menschen wie der berüchtigte Autor dieses zynischen Machwerks nicht haben, einschleicht scheint auch die Zeit durch den früheren Sonnenuntergang konsequenter dem Ende entgegen zu sehnen. Der erwähnte Autor fühlt sich an dieser Stelle wie ein geistig verwirrtes Maiglöckchen da er seinen Kopf nicht im Frühling sondern im beginnenden und in Europa dank Überflutung in Portugal - da verleugne noch einer die Chaostheorie - sehr milden Winter aus dem Loch streckt in das er sich verkrochen hatte. Mögen Isolation und Sinneserweiterung auch manchmal ein akzeptables Surrogat für eine vollblütige Muse sein, so sind sie doch erschöpflich und auf Dauer sehr repetiv in ihrer weltfremden, morbiden Art. Nicht, dass die Welt oberhalb der Grasnarbe ihr hinsichtlich Morbidität in geringster Weise nachstehen würde. Nicht auf diesem Planeten und schon garnicht in einer Stadt in der es mehr Studenten als Parkplätze gibt, Kinder zurecht dazu erzogen werden auf dem Fahrradweg vorsichtiger zu sein als auf der Hauptstraße (da bei Autos eher von funktionierenden Bremsen ausgegangen werden kann) und die Wohnraumsituation selbst Anno 1945 nicht schlechter und gleichzeitig gestern in New York nicht teurer gewesen sein kann.

Ist man von Studenten eine gewisses Maß unkonventioneller Eigenarten durchaus gewohnt, so sind hier die Einheimischen immer wieder bemüht den Vorsprung nicht zu groß werden zu lassen. Sei es der ältere Herr, auf dem Weg zum Lungenarzt, der einen am Bahnhof um eine Zigarette anschnorrt und sogar bereit ist 20 Cent für ein selbst fabriziertes Exemplar zu bezahlen, der einem von den einer kapitalistischen Verschwörung erzählt die unter anderem an der Misere des deutschen Ostens Schuld hat, derren Drahtzieher er aber nicht benennen wollte, ja sogar meinte er habe schon zuviel gesagt - denn einmal saß er wegen den Menschen über die man nicht spricht bereits in der geschloßenen Psychatrie. Oder aber eine ältere Dame, die einem mittels Gestik und Mimik etwas begreiflich machen will, jedoch abwinkt und meint es sei nichts, nachdem man endlich die Kopfhörer aus den Ohren gezerrt hat, und einen mit dem seltsamen Gefühl zurücklässt sich gerade in einen Hundehaufen gesetzt zu haben. Ebenfalls um Anschluß - in Sachen Unzurechnungsfähigkeit - bemüht sind die öffentlichen Verkehrsmittel. In diesem Zusammenhang großer Beliebtheit erfreuen sich "Wo-hält-der-Zug-wohl-diesmal"-Lotto und die Schnitzeljagd auf nicht ausgeschriebene Busse.

Halten wir uns also an die Studenten. Man sollte meinen soviele junge und ambitionierte Köpfe sollten ein Umfeld voller Kreativität und Innovation schaffen, doch das einzige was man davon merkt ist eine spürbare Kunfusion die sich unter anderem in den Straßen ausdrückt, auf denen die Menschen selbst auf der Flucht nicht chaotischer Unterwegs sein könnten. Seinen Höhepunkt findet dieses Verhalten auf den Bahnsteigen und anderen Engpässen an denen sich die Bewegungssynphonie zu einer scheinbar chaotischen aber defakto hochintelligenten Massenbewegung verbindet welche nur ein Ziel zu haben scheint: Den Autor nicht auf normale Reisegeschwindigkeit beschleunigen zu lassen. Die Anpassung erfolgt schrittweise und in Folge dessen neigt erwähnter Schreibsklave inzwischen dazu planlos hin und her zu laufen oder einfach mitten auf der Straße stehen zu bleiben und über das Ganze an sich nachzudenken.

Momentan ist das Ganze eher eine raue Sache. Niemand scheint mit dem Sonderling zusammenwohnen zu wollen, selbst nach seiner finanziellen Rehabilitation, und so wendet selbst diese Leiderprobte Heide sein Angesicht gen Himmel und bittet um Hilfe. Die vorläufige Antwort war eine Erkältung im Schnelldurchlauf.

*gautsch*

1 Comments:

Anonymous Anonym schrieb...

das urvieh is wieder da *jubel* :-)

22:21  

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