16 September 2006

Influenza Medialis

Sie sind überall. Sie folgen einem sogar in den tiefsten Schutzbunker und sind aus unserer Gesellschaft nichtmehr wegzudenken. Manch einer mag versuchen sich ihnen zu entziehen, doch sie haben unsere Zivilisation fest im Griff, vom mächtigsten Mann zum kleinsten Kind, sie alle sind ihnen hilflos ausgeliefert, den ... MEDIEN!
Sie beeinflußen unsere Meinung, unser Denken, unsere Weltsicht, unseren Geschmack, unsere Wünsche und Träume, sie schaffen und zerstören Klischees, sie sozialisieren uns meist stärker als unsere eigenen Eltern.

Ich habe versucht mich dem zu entziehen in dem ich, eine leichte soziale phobie vorschützend, kaum Kontakt zu Außenwelt habe. Ich lese keine Zeitung, schaue nicht fern und höre kein Radio und meide news-sites im Internet. Esseidenn auf der Suche nach neuen Indizien für den von mir prophezeiten 3. Weltkrieg. Doch die Medien sind nunmal auch unterhaltung und zumindest der Unterhaltung aus dem Internet will ich mich nicht vollkommen entziehen. Seit ich abhängiger Fan eines Online-Comics bin merke ich den Einfluß nun auch. Ich verspüre den unbestimmten Wunsch ein Onlinerollenspiel zu spielen. Es ist mit dem, auf den Konsum von Cannabis oder dessen Derivaten zurückzuführenden, sognenannten Fressflash nicht unähnlich. Hab ich mir sagen lassen.

Und nun sitze ich frustriert, aber um die Erkenntnis reicher, dass Demos zu Onlinerollenspielen offensichtlich aus der Mode gekommen sind, hier und mache meinem Unmut Luft.

*puuuuuuuuuuuust*

*gautsch*

15 September 2006

Legale Egalität der Illegalität

Im Zuge der Themensuche für weiter sinnfreie Beiträge und akustischem Konsum von Musik narrativer Natur kam mir der Gedanke: Darf ich über den Konsum von Drogen schreiben, ohne dass am nächsten Morgen (oder nachfolgenden) die Polizei an einer Tür klopft hinter der sie mich mit meinem Drogenlager vermutet? Ich könnte auch über Raubkopien schreiben. Hackt sich dann das BKA ein? Berechtigte Sorgen, zumal die Rechtsbarkeit in Deutschland eine beeindruckende Immunität gegen logische Überlegungen aufweist. Wenn ich nun schreibe dass ich unter Drogen vor meinem PC sitze und der Raubkopiererei fröhne könnte dies tatsächlich Jemand zum Anlass nehmen mich anzuzeigen. Schreibe ich aber nun darüber hier auf Gold zu sitzen gibt mir keine Bank Kredit. Würd ich den Besitz von radioaktivem und waffenfähigem Material gestehen, so rückt auch sicher kein amerikanisches Sonderkommando an. Oute ich mich als sexiest man alive stehen auch keine Frauen vor meiner Tür schlange. Reicht also nun die reine Erwähnung um mich in rechtliche Schwierigkeiten zu bringen?

Die Rechtslage hinsichtlich "Drogen" in Deutschland ist ohnehin ein Lacher mit eigener Liga.
Es ist legal sich sämtliche Hirnzellen in Alkohol einzulegen, sich die Bronchien mit Teer zu verkleben und daran zu ersticken, sich in Freibädern unter hunderten ekelerregender Leiber zu ersäufen und Charts zu hören. Sido ist weiterhin auch legal. Aber wenn man sich friedlich im Kämmerchen ein Produkt von Mutter Natur zu Gemüte führt und in Folge dessen so gefährlich wird wie ein Kilo Watte, dann ist man ein Verbrecher. Das ganze hat natürlich Wirtschaftliche Gründe die zwar lächerlich aber wenig erheiternd sind, mal von dem Fakt abgesehen, dass Cannabis in Deutschland, nach dem Vorbild USA, verboten wurde, welches selbiges Verbot mit der Begründung eingeführt haben nach dem Konsum von Cannabis würde man zur blutrünstigen Bestie. Ihr seht schon, das ist nicht witzig sondern traurig!

Zumal es weiterhin legal ist Studiengebühren von Leuten zu verlangen die nachweislich nicht zu den einkommensstärksten Bevölkerungsschichten zählen. Dafür sind wir Studenten wenigstens von den GEZ-Gebühren befreit. Oh, und wir kriegen Bafög - theoretisch. Bafög bezuschußt nur was die Eltern zahlen, doch wenn die Eltern nicht zahlen steht man erstma ziemlich doof da. Gut, dass der Staat für uns sorgt. Ebenso das Arbeitslosengeld. Vonwegen arbeitslos. Wer ALG will, der ist mit Gängen zum Amt, Formularen und ähnlichen Auswüchsen der blühenden deutschen Bürokratie im Schnitt stärker beschäftigt als ein Vollzeitarbeitnehmer.

Ich will nen Keks...

14 September 2006

Where’d all the good people go?

Ich hoffe ihr verübelt es mir, dass ich solange nichts geschrieben habe, andernfalls müsste ich doch tatsächlich an meiner unwiderstehlich Art zweifeln unterhaltsame Texte zu produzieren die neben der Realität oft auch die deutsche Rechtschreibung großzügig auslegen. Dafür habe ich spontan meinen Sündenbock Peter erfunden. Sollten sich nun also Schreibfehler, falsche Interpunktion, unangemeßene Groß-/Kleinschreibung oder sonstige Ungereimtheiten einschleichen, ist das Peters Schuld, verstanden?
Und da sich bisher Niemand freiwillig gemeldet hat um mir den Korrekturleser zu mimen übernimmt das jetzt auch Peter. Fürchtet die Zukunft!

Bedauerlicherweise ist das auch die perfekte Überleitung zum heutigen Thema:
meiner kurzfristigen Zukunft. Diese sieht - blümerant ausgedrückt - inakzeptabel fäkal aus. Ich bin nun hochoffiziell immatrikulierter Student (meine Matrikelnummer enthält genug 23er um jede beliebige Verschwörungstheorie auf Jahre zu versorgen) und damit angehender Informatiker. Im Bezug darauf habe ich mir vorgenommen durch exzessive Lebensweise nahezu alle Klischees zu widerlegen. Sex, Drug's und Rock'n Roll. Und mindestens zwei Dinge dieses Dreiergespanns sind doch nicht schlecht, oder?

Gut, das war schamlos geklaut, doch halte ich die unverschämten Bestandteile meines Charakters noch für die sympathischsten. Wehe dem, der im Hinterstübchen kruschtelt.

Weniger sympathisch ist das Thema das wir nun durch pflichtbewussten Zwang, und mit mindestens soviel Dreck beladen wie der Regen das Meer, wieder erreichen. Die Monate des lethargischen Lenzens im Ziviwohnheim und das anschließende lähmende - wenn auch berauschte - Eingraben in meinem neuen Zuhause haben ihre Spuren hinterlassen. Nein, sie haben vielmehr haben sie nichts hinterlassen. Nichts in der MaNiaCschen Brieftasche nämlich. Momentan sind sowohl der persönliche Verbleib des Besitzers als auch seine Finanzierungsoptionen so schleierhaft wie der der irakischen Massen- vernichtungswaffen. Der Hergang der Veranlassung meines erneuten regional begrenzten Standortwechsels ist so einfach wie simpel und unverständlich. Meine Mitbewohner kamen nicht mit mir klar. Dabei war ich noch harmlos. Davon abgehalten meine Luxuslebensmittel bis zum heutigen Tage ohne die Spur einer Zurückhaltung zu verbrauchen ohne sich um adäquaten Ersatz zu kümmern beantworte ich entsprechend mit dem exzessiven Konsum des hauseigenen Stroms, denn seit ich sie nicht mehr mögen muss tue ich dies aus tiefstem Herzen auch nichtmehr. Werde mich vielleicht noch um die Anschaffung einiger Autobatterien kümmern um meinen Sieg final zu gestalten.

Weniger siegreich war meine Jobsuche. Vollzeitjobs werden mir vorenthalten da ich, nach der meistens zweiwöchigen Einweisung, bedingt durch den bevorstehenden Studienbeginn Ende Oktober nicht lange genug im Betrieb wäre um eine gute Investition darzustellen und geringfügige Beschäftigungen in der Mehrzahl der Fälle finanziell entwürdigender Arbeitszeit- beschränkungen unterliegen, die den effektiven Gewinn auf meinen monatlichen Cola-Konsum zu drücken neigen. Gastrojobs fallen aufgrund der Tatsache weg, dass ich unter Beobachtung durch Gäste und mit Getränken beladen das praktische Äquivalent einer rhetorischen Buchstabensuppe produziere. Prädikat tolpatschig.

Dabei bin ich eigentlich der ideale. genügsame Arbeitnehmer, ich brauche nicht viel Arbeit und scheue keine Gehaltserhöhung. Ich bin vollauf zufrieden damit vor einem angemeßen bestückten PC mit Internetzugang tagelang bewegungslos auszuharren und dort keine Probleme zu produzieren - sonst allerdings auch nicht viel. Spaß beiseite... eine EDV-Abteilung wäre bei mir wie den Bock zum Gärtner zu machen. Kabel, PCs, Strom, Daten - mein Vorhaben Informatikerklischees zu widerlegen würde prompt an unüberwindliche Grenzen stoßen.
Zusammenfassend: Kein Job, kein Geld, keine Bleibe, und der metaphorische Uhrzeiger droht mich zu enthaupten.
Wenigstens hab ich Sex! Und das auch noch zu zweit! Ha!
Wenigstens etwas um es von der Klischeeliste zu streichen und dies um nicht zu sagen mit unverhohlenem Genuß.

Der nachfolgende Tag wird ganz im Zeichen der Organisation und Organe stehen. Organisation tagsüber und die Organe nachts. Es müssen Wohnungen ausgekundschaftet und finanzielle Lösungen (unangehmene Anrufe bei Eltern, Verwandten und eventuell der Bank) gefunden werden, wenn sich schon kein Erbe einstellen will, und der Auszug geplant. Im Zuge dessen ziehe ich, mit einem Auge auf Ossi schielend, sogar Catnapping (©MrsSippi) in Betracht. Danach wird den schönen Dingen des Lebens gefröhnt.

Als kleines Schmankerl für den Blog habe ich nun die längeren Beiträge in Blockschrift umgestellt, der besseren Lesbarkeit willen. Oder um meinen Ordnungswahn zu befriedigen. Oder aus Langeweile. Oder weil dann weniger auffällt dass ich zu faul bin die Zeilen anzupassen.
Und bevor ich auf der vergeblichen Suche nach einer passende Pointe noch alles versaue:
Drückt mir die Daumen, dass mein neues Handy bald eintrifft, dann gibts optische Goodies!

In diesem Sinne,
geht ab ;-)

/P.S.:
Wer nun feststellt, dass der Titel nichts mit dem Text zu tun hat, der hat einiges über das Leben gelernt, denn erstens kommt es anders und zwotens ist das immer eine schreckliche Sauerei...

Geschichten wie sie das Leben schreibt.

Ich liebe meinen Chefsessel. Anfangs hatte ich ein paar ästhetische Aspekte an ihm auszusetzen, welche sich bis heute nicht unbedingt gebessert haben, doch seine Rückenmarternde Bequemlichkeit hat mich dann vollends überzeugt. Und er gautscht. Wie ein Zahnarztstuhl. Besser gesagt, er gautschte. Nachdem ich mich gezwungen war meine damalige Freundin durch meine patentierte Schubkarrentechnik aus dem Stuhl ins Bett zu entleeren (sie fand ähnlich wie Ossi Gefallen daran ihn mir streitig zu machen) gautschte er nicht mehr. Wie sich diese Funktion wiederbeleben ließ war mir herrlichst schleierhaft und mit schwerem Herzen nahm ich diese Behinderung in kauf.
Bis gestern. Folgendes Zitat >> klick mich << erinnerte mich an meine Situation und siehe da... wir scheinen das selbe Modell zu besitzen.

Manchmal ist das Leben einfach schön.
*gautsch*

11 September 2006

9-11

Als ich in mein aktuelles und zukünftig ehemaliges WG-Zimmer einzog wurde eines der Regalbretter von einem Backstein und einer ungeöffneten Dose Bohnen gestützt.
Wieso die Dose ungeöffnet geblieben ist war mir lange Zeit schleierhaft, doch dann warf ich einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum: 11.09.2001.

Damit ist es offiziell, der 11.09. interessiert die Bohne!
free webpage hit counter