22 September 2006

Und die Schuld geht an...

...das Testosteron!
Gut, damit wäre das ja abgehakt. Doch halt! Schuld wofür? Haarausfall? Blutstau? Schlaflosigkeit? Fell? Dicke Eier? Stechenden Schweiß?

Die Antwort ist: Ja! Und: Nein! Natürlich ist das Testosteron an all diesem Unbill schuld, doch seit neuesten ist es an noch viel mehr schuld, den Wahlerfolgen der Jungen Braunen. Das Problem ist nämlich, wie ich lesen durfte, keines welches sich allein durch Arbeitsplätze lösen ließe (Windows für alle!), nein, das wahre Problem, respektive die Ursache ist demographisch. In den neuen Bundesländern gibt es eklatanten Frauenmangel und die zurückgebliebene Männlichkeit kriegt dicke Eier. Das Wort zurückgeblieben übernehme ich übrigens nur aus dem Ursprungstext, mir ist keinesfalls daran gelegen Angehörige der unteren Schichten zu verunglimpfen. Jedenfalls gibts da jetzt eine Menge Eier, aber nicht genügen Eizellen. Hinzu kommt, dass wir alle nicht jünger werden und die Deutschen inzwischen sowohl historisch als auch demographisch ein recht altes Volk sind. Die Konsequenz ist die erkenntnisbefreite Rudelbildung was der NPD sehr zu Pass kommt. Die Situation ähnelt wohl zwar denen vor der Machtergreifung der Nazis, doch fehlen die politischen Umstände und vor allem die arbeitslosen Soldaten um das ganze zu einer Wiederholungstat werden zu lassen. Doch das könnt ihr alles auch selbst im Internet nachlesen.

Was mich derweil viel mehr interessieren würde wäre, wieso diese Menschen dann ausgerechnet die Oberlippenfetischisten wählen. Protestwähler sollen es ja nicht sein, wie also fängt die beliebte Partei die so gekonnt die Preussischen Farben verunglimpft - denn nichtmal eigene Farben kann sie sich ausdenken, die neue, kreative Kraft - die Kerle? Verbrüderung mag ja ganz spaßig sein, solang alle dabei die Hosen und an die Hände bei sich behalten. Doch löst das irgendwie den Frauenmangel? Wohl kaum. Was ist also das Geheimnis? Werden auf Wahlveranstaltungen etwa unter der Hand Kochbücher im sexuellen Kontext verteilt? Oder gar lebensechte Imitate geschlechtsspezifischer und -relevanter weiblicher Organe aus Latex? Vielleicht aber auch nur hilfreiche virile Stylingtipps (Marke: Seife ist kein fernöstliches Gericht) oder einfach nur Schulter zum ausweinen? Sollten am Ende doch einer dem anderen helfen so gut er kann, nur dass er dafür nicht den Kopf hinhält sondern...

Nun gut. Lassen wir das. Was die braunen Brüder und ihre wie auch immer geartete und motivierte Anhängerschaft treiben sollte auf sie Beschränkt bleiben, so sind sie wenigstens zu beschäftigt um sich aktiv um die Machtergreifung II zu kümmern, die stelle ich mir in diesem Kontext ein wenig penetrant vor.

Auch erkennbar wird, wie wichtig Frauen und der Umgang - oder die große Bandbreite an Verkehrsmöglichkeiten - mit ihnen für den innerdeutschen Frieden ist. Läuft es doch wieder auf "Make Love - Not War" hinaus? Mir solls recht sein. Ich bin bekennender Bewunderer der Frauenwelt. Und Frauen sind auch etwas fantastisches. Zumindest sind sie immer ein wenig mysteriös und meistens haben sie etwas von einem Geschenk, denn auch an Weihnachten war doch das Auspacken immer das Schönste, nicht wahr? Dass manche Frauen eher eine Plage sein können und die Attraktivität einer Rechnungssendung haben können ist uns bekannt und sicher kein Fakt den ich rhetorisch soweit aufbereiten möchte, dass er plastisch vorstellbar wird. Doch Fakt bleibt, dass nichts einen Mann so verwirren und vom Kurs abbringen kann wie eine Frau. Wir tun annähernd alles für sie und das meiste in unserem Leben zielt darauf ab für Frauen interessant und begehrenswert zu sein - oder wenigstens Geld und ein dickes Auto zu haben um ein kurzsichtiges aber langfristig orientiertes Weibchen anzulocken, mit einer Überdosis hausgebrautem Moschus besinnugslos zu machen und in die Höhle zu schleifen. In diesem Fall kann ich nur sagen, dass sich findet, was sich verdient.
*immernochnichtgautsch*

21 September 2006

Über Zeit, Gefühle und Erinnerungen

Manchmal gibt es nicht über das man sich lustig machen könnte und wenn es einem gut geht ist es ohnehni schwer sich über die dummheiten anderer aufzuregen. Was also tun?Man schnappt sich ein ernstes Thema und überlegt sich, wie man ihm den Ernst ein wenig nehmen könnte, dennoch wird es heute eher philosophisch denn humorvoll.

Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken zu den unterschiedlichsten Themen gemacht und eines davon war die Zeit. Zeit ist, wie wir seit Einstein wissen, eine sehr relative und, wie wir schon immer wussten, eine ungemein subjektive Angelegenheit. Das zeigt sich schon daran, dass wir nicht erst nahe der Lichtgeschwindigkeit unterwegs sein müssen um das Gefühl zu haben die Zeit verinne so langsam wie Sirup im Stundenglas oder eile sich, als wäre der Teufel hinter ihr her.

Besonders langsam vergeht die Zeit, wenn wir auf Dinge warten müssen, die wir wollen, uns wünschen oder die wir begehren: Die Frau deiner Träume, das neue Handy, die Gehaltserhöhung oder den neuen Blogeintrag, es scheint eine Ewigkeit zu vergehen, wenn wir auf sie warten und das jenseits der weltlichen Physik. Noch krasser wird es, wenn wir uns in Situationen befinden aus denen wir am liebsten ausbrechen würden: Zahnarztbesuche, Schule, Stau, Verstopfung, Arbeit. Man könnte das Gefühl bekommen der Sekundenzeiger würde in jeder seiner 60 Positionen endlos verharren und das nächste Jahr liege näher als der Zeitpunkt den man sich ersehnt.

Manchmal aber rast die Zeit. Dieses Phänomen ist in der kargen Freizeit zwischen Feierabend und zu Bett gehen vor dem nächsten Arbeitstag besonders heftig. Was auch immer man während der Arbeitszeit alles tun zu können glaubte wäre nichtmal in verminderter Form in der Freizeit realisierbar, denn selbst wenn man sich nur einmal streckt verstricht mehr Zeit als man jemals wieder aufholen könnte. Die einzige Steigerung ist die Zeitphase zwischen Weckerklingeln und aufstehen. Der wörtlich genommene Augenblick eines Zwinkerns kommt einem kaum messbar vor, während die Uhr uns sagt, dass bereits 10 Minuten vergangen sind. Und dann kommt der Streß. Ich bin der festen Überzeugung, dass Streß ein physikalisch nachweisbarer zeitbeschleunigender Faktor ist und eine komplett eigene Relativitätstheorie rechtfertigen würde.

Das spannendste Phänomen von allen ist aber jenes, welches auch beim Aufstehen in Verbindung mit der Beschleunigung der Zeit auftritt: Die verschwindende Zeit. Wir treffen sie beim Lesen, Reden, Fernsehen, beim Zocken und nicht zuletzt wenn wir uns in der Gesellschaft eines Menschen befinden, der uns sehr sympatisch ist. Genauer, bei von uns geliebten und begehrten Menschen. Befinden wir uns in seiner Gesellschaft scheinen selbst die Uhren aus unserem Bewusstsein zu verschwinden und Zeitspannen, die wir als viel zu kurz empfinden um lange genug mit diesem Menschen zusammen gewesen zu sein, genug von diesem Menschen bekommen, erfahren und gespürt zu haben, beanspruchen im Raum-Zeit-Kontinuum wahre Gigantomanien an Zeit. Was uns vorkommt wie gerade erst Hallo gesagt war ein ganzer Tag, ein ganzer Abend und eine ganze Nacht, manchmal Tage, Wochen, Jahre und dann ist dieser Mensch gegangen und wir bleiben zurück, mit dem unbestimmten Gefühl um etwas beschissen worden zu sein.

Letzteres führt mich übrigens zu der These, dass Zocker in Wirklichkeit nur fehlgeleitete Romantiker sind, man denke hierbei an den "Gleich" oder "Nur noch 5 Minuten"-Effekt. Die Unfähigkeit sich von etwas trennen zu können was dazu führt, dass sich die Raum-Zeit krümmt. Zeitmanagment wird damit zur quantenphysikalischen Herausforderung.

Eine alternative Lesweise ist jene, dass Zeit eine Resource im eigentlichen Sinne ist, respektive ein Rohmaterial. "Etwas aus seiner Zeit machen" ist im Endeffekt nur eine Konsequenz den bisher beschriebenen Beobachtungen und Thesen. Wir verbrauchen Zeit um etwas anderes zu schaffen. Doch auch hier kann Missmanagment getrieben werden. Deutlich zeigt sich derartiges an Menschen die meinen keine Zeit an Bildung verschwenden zu müssen. Oder Zeit in Gedanken umzusetzen. Oder schlichtweg darin, keine Zeit zu haben oder zuviel davon. Wenn Zeit vollkommen ungenutzt verpufft stellt sich Langeweile ein und was nützt und alle Freizeit der Welt, wenn wir nichts haben an das wir uns Erinnern können?

Im Endeffekt sind Erinnerungen so etwas wie das prägende Ergebnis genutzter Zeit. Niemand erinnert sich an Zeit die er nicht genutzt hat, sondern höchstens an Zeit, die genutzt hätte werden können. Der kleine aber feine Unterschied ist der, dass man sich an Nichts nicht erinnern kann, wohl aber ein Erinnerungsloch empfinden kann. Je mehr Emotionen durch Umsetzung von Zeit entstehen, desto größer die Ausbeute. Unser Gedächtnis funktioniert in erster und bester Linie nach den Emotionen, die wir mit ihnen verbinden.

Nun genug der Philosophie für heute, denn mir entrang sich schon mehr als ein Gähnen und so entschuldige ich mich nun förmlichst für den verspäteten Beitrag. Ich war den ganzen Tag beschäftigt, habe mich von Katzenjungen zerkratzen, als Spielpartner und Schlafgelegenheit nutzen lassen und was für euch wohl am interessantesten ist, ich war kreativ tätig und habe Motiventwürfe für den Shop und die Page entworfen die ich morgen einscannen und eurer Begutachtung überlassen werde. Euer Feedback, nicht nur zu den Zeichnungen, sondern zum ganzen Projekt an sich, wäre mir sehr wichtig, denn ich schreibe diese Artikel nicht zu meiner eigenen Bestätigung sondern zu eurer, wie ich hoffe, recht anspruchsvollen Unterhaltung. Dieses Projekt ist mir sehr ans Herz gewachsen und einige von euch sicher auch und ich werde vermehrt Zeit investieren um für euch das Beste herauszuholen.

Doch nun werde ich mich unter die Dusche stellen und in meine provisorische Bettstatt kriechen um für morgen fit zu sein, denn entgegen der angegebenen Uhrzeit ist es jetzt 1 Uhr morgens und ich bin mehr als fertig, doch täglich heißt täglich, also gönnt mir etwas Zeit um Kraft zu tanken und demnächst MaNiaC denn je zuvor zu sein.

Dieser Stuhl gautscht garnicht!
*nichtgautsch*

20 September 2006

No Body Is Perfect

Vielleicht sollte ich wirklich wieder auf deutsche Überschriften umsatteln, doch der Wortwitz war flach genug um hier verwurstet werden zu können. Und flach ist auch ein gutes, respektive kein gutes Stichwort um zum eigentlich Thema überzuleiten, doch erst rede ich ein wenig drumrum.

Wer sich unter Menschen bewegt sieht mehr von ihnen. Wer sich unter einem bestimmten Menschen bewegt hat dabei meistens mehr Spaß als im ersten Fall, sieht aber meistens nicht ganz so viel - und manchmal sehr schreckliche Dinge. Dass wir Menschen überhaupt als Menschen erkennen halte ich ja nach wie vor für ein Wunder des Verstands. Es gibt sie in groß und klein, hübsch und häßlich, hell und dunkel, gerade, schief, dünn, dick, kantig, rund und und und... Die Gemeinsamkeiten die die Menschen rund um den Globus teilen sind meistens rein mathematischer Natur. Zwei Arme, zwei Beine, zwei Augen, zwei Ohren, ein Mund, zwei Pobacken, je nach Geschlecht ein oder mehrere Modifikationen, eine Nase, einen Bauchnabel und ein Gehirn. Letzteres ist rein hypothetisch. Jedenfalls scheint alles andere derart abweichend zu sein, dass wir Menschen wohl irgendwie nur anhand ihrer Silhouette erkennen. Wie gut das funktioniert zeigen uns allerdings Strichmännchen und der Fakt, dass wir selbst die misratensten Zeichnungn noch unterstellen können, dass darauf wohl etwas humanoides abgebildet sein sollte.

Soweit sollten mir die meisten - von erkenntnisbefreiten Zeitgenossen abgesehen - zustimmen. Betrachten wir nun allerdings den Charakter eines Menschen so scheiden sich die Geister hinsichtlich der erkennbarkeit und vor allem der Individualität stark. Ich vertrete die These, dass es nur eine paar Handvoll Menschentypen gibt, die mit Änderungen im Detail von anderern ihres Typus unterschieden werden können. Wer genau hinschaut wird gewisse Dinge an Menschen wiedererkennen die man von anderen bereits kennt und kann so z.T. sogar ihre Reaktion abschätzen und im Idealfall vorhersagen. Versteht mich nicht falsch, jeder Mensch ist einzigartig und unersetzlich in seiner Art - wenn auch nicht immer (v)erträglich. Doch Effektiv bestehen wir alle aus denselben Charakterbauteilen und nur die unterschiedliche Betonung und Kombination macht uns einzigartig, doch viele Dinge sind allen Menschen gleichermaßen zu eigen. Z.B. Verstand und Intelligenz. Sie sind wohl die am gerechtesten verteilten Eigenschaften auf dieser Welt, denn jeder meint genug davon zu besitzen. Ebenso hält sich jeder Mensch für einen Individualisten. Das ist wohl die witzigste Fehlannahme aller Zeiten. Einzigartigkeit impliziert nunmal keine Individualität und die Behauptung sehr individuell zu sein meist von Personen zu hören ist die eher uniformiert als gekleidet sind. Dazu muss man nichtmal in die braune Ecke abrutschen. Jede Subkultur hat ihren Dresscode und die wenigsten Menschen setzen es wirklich darauf an von anderen schon von weitem unterscheidbar zu sein. Man denke hierbei mal an den klassiger minderjähriger Weibchen unserer Spezies, die bevorzugt in mindest eine Nummer zu klein gewählten MissSixty-Hosen durch die Lande eiert und sich dabei große Mühe gibt so erwachsen wie möglich auszusehen ohne dem äußeren Bild in irgendeinerweise durch innere Reife nachzueifern.

Im Sommer wird es dadurch einigermaßen schwer potentielle Blickfänge von potentiellen Reinfällen zu unterscheiden. Besonders von hinten. Hab ich bereits erwähnt wie schön Freiburg im Sommer ist? Das Wetter übrigens auch, es lenkt allerdings nicht in derartiger Weise ab, dass man versehentlich die falsche Richtung einschlägt nachdem einem eine Aussicht zum niederknien das Gehirn gelähmt hat. Bewohner dieses schönen Städtchens werden mir nun mit einem Glitzern in den Augen bepflichten.

Mit ein wenig Glück verlasse ich termingerecht mein Nordfensterloch und ziehe in eine kleinere, aber gepflegteres Zimmer mit Dachfenster. Heißa! Allerdings wird es dort keine Ossi geben, die mir auf die Nerven geht und mich erheitert.

Apropos erheitern. Ossi hat heute ihr Glanzstück gemeistert. Ich muss mir ab und an den Stuhl mit ihr teilen und sitze daher mehr oder weniger aufrecht auf der Stuhlkante. Als ich nun den Fehler beging mich nach vorne zu lehnen um meine betagte Hüfte etwas zu entlasten hat Ossi die Gelegenheit ergriffen, mir ihre Krallen in den, zum Glück durch meine Jacke geschützten, Rücken zu hauen, daran empor zu kraxeln und es sich auf meinem Nacken bequem zu machen. Laut schnurrend. Und damit ich auch was davon habe, hat sie mir zuerst das Ohr und dann die Haare saubergeleckt. Ungefähr 10 Minuten lang. Als ich glaubte bald bluten zu müssen hat sie dann aufgehört, sich aufgerichtet, geputzt und ist danach in aller Seelenruhe von meinem Rücken heruntergestiegen. Leider ist mein größtenteils unbenutzbares Handy inzwischen so vollgestopft mit Bildern und Videos, dass ich nur ein paar Sekunden dieses Schauspiels auf Video bannen konnte, doch sobald ich Zugriff auf diese habe werdet ihr in den Genuß desselben kommen.


Die Beiträge bis vorraussichtlich Samstag werde ich fern der Heimat schreiben,
quasi Urvieh auf Tour.

Außerdem dürft ihr eurer Paranoia jetzt freien Lauf lassen, denn ich habe begonnen euch zu zählen! Ha! In dem Sinne übrigens Gruß an den kleinen aber feinen Linuxuser Teil meiner Fangemeinde. Wieso mich allerdings Menschen aus Schweden lesen bleibt mir schleierhaft.

*gautsch*


19 September 2006

I'm Walking...

Es gibt verdammt viele schlechte Filme und von einem will ich heute ein wenig erzählen. Im Endeffekt ist es wohl so etwas wie ein Gangsterfilm, denn die beiden Hauptcharaktere sind Profikiller. Einer von ihnen trägt den Namen August. Wie er zu diesem Namen kommt wird im Film auch recht anschaulich erläutert und ich werde versuchen dies nun sinngemäß wiederzugeben:

Warum ich August heiße? Nun, meine Mum war nie eine besonders belesene Frau und nach meiner Geburt muss sie sehr durcheinander gewesen sein und daher glaube ich, dass sie das Feld für den Namen mit dem Feld für das Datum verwechselt hat. Ich wurde allerdings im Oktober geboren.


Der Inhalt des Films ist ansonsten nicht weiter wichtig, doch spätestens nach dem Auftritt eines koksenden Filmproduzenten fällt einem etwas auf, was man Running Gag nennen könnte, wobei Walking Gag es wohl besser trifft. Wenn man länger darüber nachdenkt könnte man meinen die Produzenten des Film hätten versucht Produktionskosten zu sparen und den Film gleichzeitig in die Länge zu ziehen indem sie den Gegenpart zu August in jeder 2. Szene die Straße entlang laufen lassen. Ein echter Streetwalker. Und so will man während des Films auf jede Frage, die "Was sollen wir/ich nun tun?" oder ähnlich lautet, antworten: Wir laufen! Beziehungsprobleme? Laufen! Der beste Freund wird von Killern bedroht? Laufen! Gerade noch einem Anschlag entkommen? Laufen! Keine Milch mehr im Kühlschrank? Laufen!

Warum ich euch das erzähle ist ganz simple zu erklären, ich kann ihn verstehen, denn ich bin heute mehr oder weniger erfolgreich quer durch Freiburg gelaufen. Nein, besonders groß ist Freiburg nun auch nicht, aber wenn man mehrere male aussen herum und ab und an zur Abwechslung mitten durch läuft, dann kommt ein wenig Strecke zusammen.

Mein Absagen Album ist inzwischen mindestens so geschwollen wie meine Füße. Mein Schädel brummt und Knie, Schenkel und Rücken klagen auf Schadensersatz. Meinem Magen geht es auch nicht viel besser. Seit ich meinen Tagesrythmus dem Namen entsprechend tatsächlich auf den Tag eingestellt habe komme ich nur Abends zu einer wirklichen Mahlzeit und als mich vorhin der Hunger packte habe ich meinem Magen einen Bärendienst erwiesen. Ich habe dem McDonalds Konzern einen Euro gespendet und dafür einen wert- und ziemlich geschmacksfreien Haufen Zellmasse bekommen, den ich im Nachfolgenden, in dem er keine Erwähnung mehr finden wird, Burger nennen möchte. Natürlich habe ich darauf spekuliert um dem aufsteigenden Hungergefühl entgegen zu wirken zu können - hat auch prima geklappt, denn Hunger hatte ich keinen mehr nachdem meine Magenwände miteinander verklebt waren.

Langsam rechne ich schon garnichtmehr damit, dass mein Handy jemals eintreffen wird. Andererseits hatte ich auch nicht damit gerechnet heute halbwegs positive Rückmeldungen zu bekommen, denn neben einem weiteren Haufen Absagen habe ich heute zweimal den Rat bekommen in 2-3 Wochen nochmal nachzufragen (Kino und Outdoorshop), sowieo einmal ein erfreutes Gesicht als ich nach einer Aushilfsstelle gefragt hab. Es dreht sich dabei um ein kleines Antiquariat wo ich die Datenbank aktuell halten und bei kleineren Computerproblemen helfen darf. Drückt mir die Daumen!

Obwohl ich inzwischen so verzeifelt sein sollte wirklich jede sich mir bietende Arbeit anzunehmen hab ich von ein paar Geschäften doch Abstand gehalten. Eines davon war ein Candyshop, welcher innen in so grellem Gelb gestrichen war, dass ich dort nicht arbeiten könnte ohne mir im Gegenzug die Zimmerwände zuhause schwarz färben zu müssen. Von der Tür aus betrachtet erinnerte der Raum an das Innere eines auswurfgelben Kaugummis. Der nächste Laden den ich gemieden habe war so etwas wie die Vorstufe zur Hölle: Ein Babywarengeschäft. Ich stand eine Sekunde zögernd davor. Dann hatte mich mein Verstand eingeholt und ich habe mich in Bewegung gesetzt um den schrecklichen Bildern zu entrinnen.

Ähnlich wenig erfolgreich waren meine BAföG-Bemühungen. Ganz abgesehen davon, dass ich jetzt auf dem Unterkunftsbescheid 4 Namen stehen habe, was den Sachbearbeiter einigermaßen verwirren dürfte, brauche ich eine Unterschrift meiner Uni. Zu bekommen zwischen 09:00 und 11:30. Alle offiziellen Stellen scheinen dies als einzig wahre Arbeitszeit zu betrachten, auf dass man ja niemals sämtliche relevanten Stellen an einem Tag abklappern kann. Wäre ja auch langweilig wenn etwas einfach mal klappen würde.

Diesmal verzichte ich auf einen abschließenden Gautscher, denn hinter mir auf dem Stuhl liegt Ossi der länge nach und döst. Das Risiko dass einer von uns beiden beim Versuch zu gautschen verletzt würde will ich einfach nicht eingehen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es wäre.

*nichtgautsch*

18 September 2006

Dead Men Walking

Es gibt Millionen Wege zu sterben und wenn wir Glück haben, dann dürfen wir uns einen aussuchen. Wenn wir Pech haben wird uns einer zugewiesen und das kann verdammt mies enden. Rein metaphorisch gesehen.

In den meisten Fällen sterben wir an etwas unbedeutendem wie Autounfällen, ertrinken und aus schierer Langeweile. Zumindest wenn wir Amerikaner sind. Deutsche Zahlen liegen mir leider nicht vor, doch die meisten Amerikaner gehen offensichtlich beim Autofahren oder auf dem Weg die Straße hinunter hinüber - entschuldigt diesen Wortwitz, ich wäre an den Krämpfen gestorben wenn ich ihn nicht hätte Tippen dürfen.

Nunja, selbst die statistische Wahrscheinlichkeit durch einen Unfall zu ertrinken oder von der eigenen Polizei erschoßen zu werden ist in den USA höher als die Wahrscheinlichkeit bei einem terroristischen Anschlag draufzugehen.

Einem deutschen Überlebenden der Veranschaulichung von "Sport ist Mord" bin ich heute begegnet. Die Beule sah ein wenig aus wie ein, an einem Torpfosten, gescheiterter Versuch eines Biologischen Ramupgrades. Das ist wieder typisch. Erwachsenen das Gras verbieten aber minderjährigen den Fußball erlauben - wer hat in diesem Fall wohl den deftigeren Hirnschaden abbekommen?

Wie auch immer. Abbekommen habe ich heute jedenfalls genug Absagen um damit ein Album zu füllen. Von einem Fall abgesehen, da wurde ich weitergeschickt um dort eine Absage zu bekommen. Irgendwie ist grad nicht meine Saison. Persönliche Absagen kann ich ob meiner äußeren Erscheinung ja noch verstehen, dass ich am Telefon eine Absage erhielt noch bevor ich fragen konnte was der Job erfordert weil ich zu JUNG war, das hat mich wirklich geschafft.

Morgen gehts weiter. Diesmal werde ich ein paar Ämter nerven und mir die Innenstadt vornehmen. Sollten meine Bemühungen, spät, aber dennoch ambitioniert, nicht fruchten, so sehe ich mich gezwungen doch noch die Aktion "Rettet das Urvieh" einzuleiten. Ich weiß bis heute nicht genau wieviele Leute das hier lesen und sehe daher immer davon ab allzu private Dinge beizusteuern, und obwohl kaum Jemand meine Einträge kommentiert gibt es zu einzelnen Dingen immer reichlich Feeback. Ich denke man kann hier zurecht von einer Dunkelziffer an Lesern sprechen. Aber irgendwann krieg ich euch... und dann zähl ich euch!

*gautsch*


17 September 2006

The Times They Are Changin' (Teil 2)

Und so geht das Leben weiter, denn auch nach einer solchen Tragödie kommen neue Stummel und gerade jetzt verqualmt eine weitere, noch junge Zigarette ihr Leben während ich meines Zug um Zug verkürze. Immer wenn ich solche Formulierungen benutze befällt mich das Gefühl im Hintergrund Jim Morrison mit dem Schmetterling um die Wette schreien zu hören. Oder um Idlewild zu zitieren:


Your head is the strangest place that I've ever been,
stranger even than Los Angeles,
like a cinema where they never ask you to leave.



Dieses Drama gerät langsam in Vergessenheit und der Ascher füllt sich auch schon wieder mit Kippenstummenln. Opera weiß noch immer nich wann es einen Zeilenumbruch für angebracht hält und wann nicht und da hat sich auch schon bereits das nächste Unglück ereignet. Mir ist der Topf mit Nudeln runtergefallen. Überall lagen Nudeln rum. Sogar in Ossis Wasserschüssel.

Nun ist es auch schon später als beabsichtigt und ich plane mir das selbst vom Schlaf abzuziehen, ob das allerdings besonders Klug ist bleibt abzuwarten. Ich sollte mich schleunigst wieder daran gewöhnen früh aufzustehen. An Projekten Marke "Leben ohne zu arbeiten" teilzunehmen um herauszufinden wie lang man ohne zu arbeiten leben und wohnen kann ist ja interessant und all das, nur sollte man vorab klären, dass man dafür auch bezahlt wird, ansonsten befindet man sich automatisch in der Versuchgruppe "Leben ohne Geld" wieder. Aber es ist erstaunlich wieviel Geld man verpulvern kann in dem man einfach nur herumsitzt. Nun, immerhin wird dieser Blog jetzt wieder eifrig befüttert und ich plani dies auch weiterhin durchzuhalten, wobei ich mir eventuell freie Tage an Wochenenden nehmen werde. Aber auch hierfür müsste ich erstmal wieder den Unterschied zwischen der Woche und dem Wochenende kennenlernen, der sicher nicht nur darauf beruht, dass sich die Öffnungszeiten ändern.

Zurück zum Thema. Morgen heißts Jobsuchen Extrem Edition! Mir graut jetzt schon. Hoffentlich bekomme ich über die Studentensiedlung wenigstens begrenzten, damit aber auch bezahlbaren Wohnraum. Internet wirds dort schon geben, sonst wird dieser Blog eben per Post (und entsprechendem Schneeballsystem) weitergeführt! Apropos Post. Ich will endlich mein Handy. Denn mit einem tauglichen Fotohandy werde ich diesen Blog in die nächste Ära führen! Dann gibt es nicht nur miese Texte, sondern auch miese Bilder. Eventuell sogar vom Texter. Oder auch nicht. Zumindest von Ossi, die ich jetzt schon vermisse. Wenn ich am Ende wohl doch vom Catnapping (©MrsSippi) absehen werde, so werde ich doch ab und an die Tür auf und zu machen um in Übrung zu bleiben. Für verrückt wird man mich deshalb wohl kaum halten, dafür habe ich dann doch genug wirklich verrückte Anwandlungen. Beispielsweise hat unser Spülschwamm nun eine sehr eigenwillige Form.

Merke: Knoblauchpressen schneiden saubere Stücke aus Spülschwämmen!

Auch hiervon wird es ein Foto geben, wenn mein Handy rechtzeitig eintrifft. Ansonsten tu ichs einfach nochmal. *hrhrhr*

Kommen wir nun zum letzten Teil der heutigen Erheiterung:
Ich bin gerade dabei ein PayPal-Konto einzurichten, quasi meinen virtuellen Hut, in den ihr etwas reinwerfen könnt, wenn ihr wollt. Das feine daran ist, er nimmt keine Knöpfe oder Zigarettenstummel an. Je nachdem wieviel und ob ihr überhaupt spendet werde ich vlt genug Geld haben um mich ausschließlich um den Blog zu kümmern und euch quasi 24/7 und Hauptberuflich mit geistigen Auswürfen zu versorgen oder auch einfach nur einmal alle 6 Monate ins Kino zu gehen - um mir einen Eimer Popcorn zu kaufen weils für die Kinokarte nicht reicht.

Also denn, gehabt euch wohl!
*gautsch*

The Times They Are Changin' (Teil 1)

Ich freu mich. Mein Opera ist endlich in der Lage mir die Formatierungstools für diesen Blog anzuzeigen und ich bin damit nichtmehr auf den IE angewiesen *cheer*. Das mit dem Zeilenumbruch allerdings könnte eine Folge für die X-Akten werden - man kann eben nicht alles haben. Opera hat offensichtlich ein schwer nachzuvollziehendes Verständnis für Sätze, Leerzeichen und Absätze.

Nun ist es also Sonntag abend und ich stelle mich der Pflicht diesen Blog nun etwas kontinuierlicher mit Posts zu füttern. Dass ich das erst jetzt tue hängt hauptsächlich an der Tatsache, dass ich mir gerade den letzten RealLife-Comicstrip zu Gemüte geführt habe und mich jetzt einigermaßen leer fühle. Diese Leere fülle ich, während ich diese Zeilen schreibe, mit einer Eigenkreation von Nudelsoße, die eindeutig zuviel Chyennepfeffer enthält. Und ich hab immernoch keine Kekse. Meine Colavorräte sind auch auf ein Minimum geschrumpft und ermöglichen es mir so vielleicht sogar heute rechtzeitig in Bett zu gehen um mich morgen früh meiner Lebenshaltungssicherung zu widmen. Vor dem 25. werde ich meine Kaution nicht wiedersehn und wenn ich mir nun nochmal Tabak kaufe könnte ich durch eine halbe Stunde betteln auf dem Bahnhof mein liquiden Mittel verdoppeln. Während im Hintergrund eine Parade der schlechten Wortwitze abgefeuert wird, welche ich sicher nicht wiedergeben möchte, wechsle ich seit Tagen endlich die Musik - 4 volle Tage ein und dasselbe Jack Johnson Album ertrage nichtmal Ich. Spontan düdelt nun Kryptonite von den drei herabgelassenen Türen aus  meinen Boxen und soweit ich es durch die verbalen Störgeräusche vernehmen kann würde es mich definitiv nachdenklich stimmen, wenn ich nicht aus aktuellem Anlaß den Inhalt meines übervollen Aschenbechers aus meinem Drucker kratzen müsste.


Wir schalten Live zum Unglücksort. Mir bietet sich ein Bild des Grauens dar:
Rund 20 Zigarettenstummel liegen rund um den Drucker verteilt, Asche bedeckt die Szenerie. Wie durch ein Wunder scheint der Aschenbecher unversehrt geblieben zu sein. Die Rettungskräfte beginnen nun die Stummel aus dem, aus Sicherheitsgründen deaktivierten, Drucker zu entfernen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich unter den Trümmern noch Überlebende befinden.


Den Rettungskräften nach stieg die Zahl der gefallenen Stummel auf 26 und es bleibt unklar ob noch weitere Opfer im inneren des Druckers liegen - leider fehle es an geeignetem Equipment um dies mit Sicherheit ausschließen zu können. Es bleibt nur die Hoffnung, dass nach dem Absaugen der alles bedeckenden Asche nun wieder Ruhe einkehren kann. Der offizielle Soundtrack für diese Tragödie wird wohl von Metallica stammen, der Trend geht zu "Memory reamains". Die lokale Administration verhängt eine Schweigeminute.

Heavy rings hold cigarettes
Up to lips that time forgets
While the Hollywood sun sets
Behind your back
[...]
Ash to Ash,
Dust to Dust,
Fade to black...
The memory remains.

Doch das Leben geht weiter und ich erstmal zur Tankstelle, einen neuen Tabak holen.

Bleiben sie dran für den 2. Teil!
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