30 September 2006

Nächtliches Goodie




Queen Ossi die Erste. Und Lauteste.

People Are Strange When You're A Stranger

Ist umziehen nicht schön? Man gibt sich ungemein Mühe alles thematisch sortiert und auf ein Minimum an Rauminhalt reduziert in Kartons zu verpacken. Dann stellt man fest, dass man etwas braucht, was man rein zufällig ganz unten in einem Karton verstaut hat. Nach einigem Hin und Her entscheidet man sich dann tatsächlich dafür es dort wieder herauszuziehen und vergießt viel Herzblut beim Anblick der dezenten Unordnung die man dmait hinterlässt. Gut, ich hätte es auch erst alles wieder ausräumen können, doch der Kabelsalat im Zimmer hatte meinen Streßpegel bereits zu weit gepusht um die durch eine solche Aktion unweigerlich gesteigerte Unordnung zu ertragen. Sie kommen nicht mit?

Rückblende:
Heute war der Postbote bei mir und hatte mein neues Mobiltelefon im Gepäck. Ich bin immernoch leicht berauscht davon es zu benutzen, denn das Vorgängermodell ist inzwischen derart abgenutzt, dass sich ausser den Basisfunktionen kaum noch etwas damit anfangen lässt und alles nur weil der kleine Steuerungsstick nicht funktioniert. Neues Handy neues Glück also. Doch wie das so ist kriegt man nicht immer was man will. In meinem Fall bedeutet das, ich bekomme die Software, welche dringend notwendig ist um Dateien vom Handy und Musik auf das Handy zu überspielen, nicht auf mein Betriebssystem. Nach einer derben Verwünschung sämtlicher 32bit-Puristen habe ich also versucht das ganze über meinen Server laufen zu lassen. An sich hätte dies kein Problem darstellen dürfen, denn dort läuft seit Monaten stabil eine 32bit-Variante von Windows. Doch ich habe die Rechnung ohne dessen Festplatte gemacht, die sich den heutigen Tag ausgesucht hat um Sang- und Klanglos ins Reich des Elektromülls anzutreten. Tief durchatmen war angesagt. Um nicht weiter mit Details langweilen zu müssen: Es war notwendig den Server von meinem privaten Speicher im ohnehin durch Umzugskartons vollgestellten Zimmer unterzubringen, Tastatur und Maus, sowie einen Monitor anzuschließen und zu versuchen auf die Ersatzfestplatte ein neues Windows aufzuspielen. Viel Kabelsalat später musste ich das dann auch resigniert aufgeben, da nicht nur die Festplatte heute einen schlechten Tag hatte.

Nun sind wir auf demselben Stand? Gut. Doch genug des Prologs.

Vollkommen unerwartet habe ich einen Aufschub erhalten und sogar noch ein Zimmer besichtigen können. Hinter der saloppen Anzeige verbarg sich eine Traumhafte Wohnung, die voll und ganz für die geringe Größe des Zimmers entschuldigt, welches angeboten wurde, zumal die Wände in einem entzückenden Orange gestrichen waren, welches sehr gut mit meiner Salzkristalllampe und der Bettwäsche harmonieren würde. Es bleibt nur zu hoffen, dass ich wider erwarten einmal nicht den seltsamen Eindruck hinterlassen habe wie es meine Art zu tun pflegt. Hoffen? Beten! Als Informatikstudent ist es einigermaßen schwer darzustellen, dass man keineswegs langweilig ist, wenn man nicht gerade darauf hinweisen will, dass man nicht alle Tassen im Schrank hat.

Eine Bemerkung, die in dieser sympathischen Runde heldenhaft gefallen ist, hat mich nachdenklich gestimmt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Kunsom von diversen bwusstseinsverdrehenden Kräutern und der Leidenschaft für Datenverarbeitung? Aus Rücksicht auf die derzeitige Rechtslage darf ich das nicht weiter vertiefen, daher darf sich an dieser Stelle jeder seine eigenen Gedanken machen.

Gedanken sollte man sich auch darüber machen, dass Deutschland das einzige Land ist in dem auch noch 60 Jahre nach dem Krieg Kriegsverbrecher vor Gericht und in die Medien kommen. Oder darüber, dass man nun für das Aufziehen von Kindern weniger Geld in größeren Portionen erhält. Oder auch darüber, dass man zwar keine Prüfung ablegen muss um kleine Quälgeister in die Welt zu setzen sehrwohl aber einen Waffenschein um dies zu korrigieren. Oder darüber, dass es Menschen gibt, die unter die Telefonsprechzeiten Sätze wie "Bitte nur ausserhalb dieser Sprechzeiten anrufen" schreiben. Oder darüber, dass Cannabis verboten ist aber jede Kuh Gras fressen soll.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ihr euch schonmal auf Bilder von Ossi "the Garfield" Oskar freuen dürft, denn sobald ich das Weichwarenproblem gelöst habe wird es ein paar optische Schmankerl - wie schon seit Wochen versprochen (ha, das reimt sich) - geben!

*gautsch*
*Handybewunder*
*gautsch*

28 September 2006

Moving Beyond

Die Dinge geraten in Bewegung. Und selbst wenn es manchmal wie Magie wirkt steckt meist irgendwas pelziges dahinter. Ich schreibe es meiner Übermüdung und dem seichten Unterzucker zu, dass ich gerade dachte ein Wind wehe durch mein Zimmer und bewege meine Posterrollen. Nun, es war nur die Garfieldpelzkugel aber für einen kurzen Moment war mir dieser Realismus so fremd wie den Amerikanern die Menschenrechte. Apropos Rechte... nein, darüber bin ich erstmal genug hergezogen.

Vielleicht ist es an der Zeit ein wenig Aufklärung zu betreiben. Zitate und Andeutungen in Form von Randbemerkungen oder Artikelüberschriften sind niemals zufällig. Gestern habe ich einmal meine Träume angedeutet und eines der Zitate eines früheren Beitrags enthielt die Zeile "...like a cinema where they never ask you to leave". Beides bezieht sich auf meine Schwierigkeiten vom Traum ohne größere Zwischenstops in die Realität hinüberzugleiten. Es soll Menschen geben die im selben Moment, in dem sie die Augen aufschlagen, wach und wohlbehalten in der Realität angekommen sind. Bei mir hat derartiges garnichts zu sagen. Ich habe schon diverse Dinge verschlafen weil ich im Aufwachen festgestellt habe, dass der Traum noch nicht zuende geträumt war und ich es für vollkommen unverantwortlich hielt aufzustehen ohne zu Wissen wie es weiter geht. Dazu müssen die Träume noch nichtmal einen Sinn ergeben. Filmcharakter haben sie trotzdem, sei es ein Kriegsszenario in dem die Zerstörung eines Ziels ansteht oder eine hübsche junge Dame vor dem herannahenden Psychokiller gerettet werden muss. Manchmal geht es auch nur darum mit meiner buchstäblichen Traumfrau ein wenig mehr Zeit zu verbringen und der Rest bleibt eurer eigenen Fantasie überlassen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich derartigen Irrsinn vollkommen ohne Drogeneinflüße zu Wege bringe - zumal mir ohnehin nachgesagt wird ich hätte einen gewissen natürlichen Grundpegel. Ob sich da wohl irgendwas draus gewinnen ließe? Vielleicht ist das auch eine gute Ausrede kein Blut zu spenden. Am Ende bekommt ein Verblutender eine Infusion meines Blutes und fängt daraufhin an zu Gackern und sich für ein Huhn zu halten - oder schlimmeres - und das wollen wir ja nicht. Oder?

Nicht wollen ist auch der Schluß den ich aktuell aus meinen bisherigen Anstrengungen ziehe eine neue Bleibe zu finden. Jung, Studienanfänger, Raucher, Musikliebhaber, männlichen Geschlechts und freiheitsliebend ist wohl die treffendste Beschreibung für den unbeliebtesten Mieter schlechthin. Würde ich über Milchdrüsenbewehrte Rundungen verfügen, gesund und unauffällig leben oder meine Seele an eine Verbindung verkaufen wäre ich bereits stolzer Zimmerbewohner. Warum gibt es keine Männerbeauftragten? Ich fühle mich diskriminiert und ich könnte damit drohen in Tränen auszubrechen! Es ist dramatisch und es wird ziemlich eng, doch wie sagte schon mein Fahrlehrer: "Du machsts gern spannend!".

Doch nun genug des Lamentierens. Morgen ist auch noch ein Tag. Neues Spiel, neues Glück! Wer hat noch nicht? Wer will nochmal? Jeder kommt dran! Früher oder später. Ich jedenfalls beginne nun jeden Tag nur noch mit einem guten rheotorischen Frühstück, z.B. einem >>Verb<<.

*gautsch*

27 September 2006

Strange Minds

Ich weiß nicht was sich die Erbauer von Reihenhäusern dachten als sie, wie in diesem Fall, die Fenster zur Straßenseite so angebracht haben, dass man durch die halbe Wohnung sehen kann. Ich fühlte mich beim vorbeigehen an einem halben Kilometer derartiger Bauten ein wenig wie der Betrachter eines Aquariums. Hinter diesen Scheiben existiert ein Leben mit dem man wohl niemals in Berührung kommen wird, auch wenn die ein oder andere Sehenswürdigkeit durchaus dazu eingeladen hätte. Irgendwie fühlte ich mich ein wenig wie das Streichholzmädchen als ich durch die einbrechende Dunkelheit und angenehme Kühle der Stadt strich und so unverhofft einen Blick in die Privatsphäre anderer Menschen werfen konnte. Wie wenig ich die scheinbaren Idyllen auch mein eigenen nennen würde, so war es doch ein wenig als käme mir aus den Fenster Wärme entgegen die ich auf dem Asphalt nicht würde spüren können. Es heißt das Beobachter und Beobachtete sich gegenseitig beeinflußen. Wenn das stimmt wird heute nacht eine halbe Straße seltsame Träume haben. Irgendwie ein gutes Gefühl ansteckend zu sein.

Beim Umziehen im Sinne der Relokalisierung meines Habitats überfällt mich immer eine gewisse Schizophrenie wenn mein Hab und Gut, welches mit jedem Umzug weniger zu werden scheint, nach und nach in Kisten, Kartons und Säcken verschwindet. So zuwieder einem jeder Ballast ist, den man mit sich herumschleift, so sehr fängt man doch auch an seine Einrichtung als Teil seiner ganz eigenen Persönlichkeit zu identifzieren. Für manche die ist dies wohl die einzige möglicht jemals einen Moment zu haben in denen ihnen ein Licht aufgeht - die Lampe nämlich.

Licht ins Dunkel bringen ist nicht immer eine gute Idee. Menschen derren Ekelempfinden nicht durch die Arbeit in einem Altenheim oder ähnlichen Anstalten vollkommen verdreht und vermindert wurde könnten vollkommen den Bezug zur Realität verlieren, würden sie sie einmal erleuchtet betrachten. Der Spruch "Weniger ist mehr" stammt sicher von einem Menschen der die Person seiner Begierde zum ersten mal ohne verdeckenden Zierrat betrachtet und dem folgend das Licht dimmte - weniger Licht ist manchmal mehr als man sich Wünschen kann. In dieser Hinsicht ist es wohl sehr bezeichnend, dass sämtliche Aktfotografien und -zeichnungen sehr viel mit Schattenwurf arbeiten.

Einen Schatten schreibt man auch Menschen zu die nicht alle Tassen im Schrank haben, gerne mal die Unterwäsche über capitale statt genitale anziehen oder selbst in einem abgedunkelten Raum mit gepolsterten Wänden immernoch alles zum Lachen finden. Die Rede ist von Verrückten. Doch was heißt verrückt schon. Nehmen wirs mal auseinander:
Ver-rückt.

Verrückt ist also was sich bewegt hat? Verrückt ist sicher mancher der etwas bewegen will. Sei es einen Gedanken, die Welt oder auch nur gerne sich in gewissen Regionen der attraktiven Vertreterin des fälschlicherweise als "schwach" Bezeichneten Geschlechts. Neben großartiger Trümmerarbeit hat dieses Geschlecht es vor allem geschafft, dass wir aus dem Paradies geworfen wurden. Weil sie sich mit einer Schlange eingelassen hat. Äpfel waren auch im Spiel.

Ohne blasphemisch werden zu wollen, das klingt für mich alles sehr nach gehobener Metaphysik im sexuellen Kontext. Die Schuld die Eva damit auf uns gebracht hat ist das Wissen um die Konsequenzen unseres Handelns, der effektive Unterschied zwischen Mensch und Tier. An sich ist das eine prima Metapher, doch was genau will man uns damit sagen? Sobald sich Frauen mit Schlangen einlassen sollte man wissen was passiert? Bin ich der einzige dem das ein wenig wie die Feuerwehrmannerklärung für kleine Kinder vorkommt? Vielleicht. Ist es in diesem Zuge überhaupt Zufall, dass apfelförmige Gesäße weiblicher Artgenoßinnen sich so großer Beliebtheit erfreuen? Ist Tutti-Frutti eine verkappte christliche Aufklärungssendung? Ist es gotteslästerlich Äpfel- mit Birnenhintern zu vergleichen? Und wieso war es im Garten Eden keine Banane? Oder entschied man sich aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Form zu der eine Halbmonds dagegen um ein Volk zu diskriminieren das es noch garnicht gab? Fragen über Fragen. Und die Wahrheit ist irgendwo da draußen, Scully.

*gautsch*

The Trick Is To Keep Breathing

Einatmen.

Ausatmen.


Geburt und Tod.
Vom Ersten Luftholen bis zum letzten Atemzug.

Leben.

26 September 2006

The Time We Lost Our Way

Was für ein Tag. Passiert ist eigentlich nicht viel, aber Panik kann auch unterhaltsamen Wert haben. Leider eher für Menschen die davon nicht betroffen sind sondern sich aufs zusehen beschränken können. Immerhin funktioniert mein Internetzugang nun wieder einigermaßen wie er sollte. Wenn auch etwas langsamer als gewünscht. Dafür ist Opera wieder voll und ganz damit beschäftigt mir die direkte Erstellung des Artikels so schwer wie möglich zu machen. Nun, man kann nicht alles haben, obwohl man es sich wünscht. Momentan wünsche ich mir in erster Linie eine neue Bleibe. Das ist quasi der erste und vorerst entscheidendste Schritt. Danach kommen einige weniger elementare Dinge, die u.a. diesen Blog betreffen, daher auch dieser Prolog statt sofort dem eigentlichen Artikel für heute.


Zuallererst möchte ich meinen treuen Lesern danken, die mich schon mochten bevor ich daran dachte einmal popular sein zu wollen. Ebenso danke ich allen Lesern die mein Projekt nie mochten und mich trotzdem mögen.
Der nächste Schritt in der Entwicklung wird es sein dieses Projekt aus dem Blograhmen in ein wesentlich freieres Format zu wandeln. Dafür suche ich noch ambitionierte Webmaster und Menschen die glauben ihre Fähigkeiten einbringen zu können. Einen solchen Menschen habe ich bereits gefunden, der sein technisches Know-How nutzt um mich bei der Umsetzung meiner Designideen zu unterstützen. Diese Umfassen nicht nur den neuen Entwurf für das Urvieh, weiterhin in der Yetivariante, sondern auch einige vollkommen zusammenhangslose Ideen für T-Shirts, die ihr bald im Shop bewundern (und kaufen) dürft. Die Zukunft sieht so aus, dass diesem Projekt ein angemeßenerer Rahmen zur Verfügung gestellt wird. Ich träume von einem schönen Design und einer extra News-Sektion um das nicht immer in die Artikel pressen zu müssen. Ebenso sollte die Navigation zwischen den einzelnen Artikeln und eine bessere Querverlinkung ermöglicht werden. Ihr dürft euch schonmal freuen. Sobald die neue Site steht wird auch ein wenig offizielle Werbung betrieben, bisher danke ich euch für die zahlreiche Mundpropaganda und hoffe ihr macht fleißig weiter damit! Doch nun zum eigentlich interessanten.

Wie oben beschrieben sehe ich mich gerade einer vielzahl von Problemen und Aufgaben gegenüber die einen großen Teil meiner Zeit und meiner Kraft verschlingen, doch nichtmal das könnte mich davon abhalten meine Mitmenschen kritisch zu beäugen und die ein oder andere unerhaltsame Beobachtung zu machen.

Ich hatte gestern eine recht unterhaltsame Debatte mit einem chattenden Mitmenschen, der eine derartig tiefgreifende und kategorische Abneigung gegen Blogs hatte, dass ihm der dargebotene Link gerade genug Grund war seine Meinung kund zu tun. Ich bin hinsichtlich Meinungen ein feuriger Jünger Dieter Nuhrs, denn eine Meinung haben zu dürfen bedeutet nunmal noch lange nicht, dass man eine haben muss. Doch gerade das scheint heutzutage das entscheidende zu sein. Meinung als Statussymbol. Nicht als Erzeugnis reiflicher Überlegungen und grundlegender Überzeugung, nein, Meinung als uneinnehmbare Festung des neuzeitlichen Kleinbürgertums. Wie gut sind uns die erkenntnisbefreiten Kameraden in Erinnerung, die sich nichtmal durch ihre Kleidung und den markanten Haarschnitt bessere charakterisieren lassen als über den überdurchschnittlich häufigen Gebrauch der Wendung "Das ist meine Meinung und davon lasse ich mich auch nicht abbringen!" Vielleicht ist eine Meinung auch einfach nur der Ersatz für Werte wie Ehre und Selbstwertgefühl.

Mögen sie uns unser Land,
unsere Frauen und unser Leben nehmen,
doch unsere Meinung kriegen sie niemals!


Der uneinsichtige Dünnbrettbohrer als postmoderner Rebell gegen die Zeit. Heroisch. Wie kam ich jetzt von Bloghassern auf Neonazis? Ersterer und Komparsen jedenfalls ließen sich auch nach umfassenden subtilen Sticheleien und intellektuellen Diskreditierungen nicht davon überzeugen, dass meine geistigen Ergüße lesenswert sind. Ok, ich gebe zu, es war ein wenig fairer Disput. Sie waren zu viert. Ich hätte ihnen wirklich Zeit lassen sollen Verstärkung zu holen.

Es stimmt übrigens nicht, dass gegen menschliche Dummheit kein Kraut gewachsen sei. Wir dürfen es nur nicht anbauen! Was übrigens nicht gegen Dummheit hilft ist Intelligenz. Das muss ich tag für Tag wieder feststellen und mich dabei selbst als Beispiel und schlechtes Vorbild outen. Ich bin kein schlechter Koch. Doch mir gelingt es immer wieder durch Zerstreutheit und Hektik die exotischsten Gerichte zu kreieren. Gebratenes Wasser beispielsweise. Sehr leichte Kost. Weniger leicht ist Reis in reiner Kohlenstoffform und wer schon immer mal Würstchen braten wollte, dem rate ich einen Grill oder wenigstens eine Pfanne an, ein Topf ist dazu vollkommen ungeeignet.

Einen kleinen Sieg konnte ich dennoch verzeichen. Nachdem ich mich heute telefonisch und, was meinem Redefluß sehr gut steht, kostenlos erkundigt habe wo denn mein neues Handy bliebe wurde ich aufgeklärt, dass dies in dieser Form so nichtmehr vorrätig sei und dass ich eigentlich hätte informiert werden müssen. Sicher. Ich warte immer wochenlang vergebens auf etwas, wenn ich weiß, dass es niemals kommen wird. Argh! Als Entschädigung wird mir nun ein andersfarbiges Exemplar derselben Baureihe zugesandt und auf Kulanzbasis ein Betrag von 10€ auf meiner nächsten Telefonrechung gutgeschrieben. Beim Thema Kulanz kann ich gerade auf einen weiteren kleinen Sieg verweisen, den über GMX nämlich. Nachdem ich einen Stapel kopien einreichen musste um bei meinem Auszug doch noch fristgerecht kündigen zu können haben diese Heinzelmännchen nämlich zwar meinen DSL-Anschluß abgeknippst, nicht aber meine Flatrate und wollten mir dafür bis ins Jahr 2007 monatlich Geld dafür abknöpfen. Eine wenig freundliche Email später wurde mir mitgeteilt, dass ihnen die Unterlagen, die die Rechtsgültigkeit und vor allem die Tatsache, dass alles fristgerecht geschehen ist, belegen, nicht vorliegen, sie aber auf Kulanzbasis und außer Acht lassen der Rechtslage die Kündigung annehmen. Dass dies nichts mit Kulanz zu tun hat sondern lediglich das Unvermögen bloßstellt die eigene Unverfrorenheit einzugestehen ist redundant zu erwähnen. Getan hab ichs trotzdem. Für euch bedeutet das, dass ich Bilder von Ossi und diversen anderen Dingen nachreichen muss. Drückt mir die Daumen, dass mein Handy nun doch irgendwann ankommt.

Ich werde mich nun noch ein wenig meiner überragenden Zeichenkunst widmen, noch ein wenig den geretteten Überrest meiner heutigen Mahlzeit genießen, soweit der magere Hunger es zulässt, und mich dann in meine verträumt orangenen Bettdecken hüllen um morgne rechtzeitig fitt zu sein um vielleicht doch noch eine Last-Minute-Wohngelegenheit zu ergattern. Ansonsten bleibt wirklich nur noch ... eigentlich nichts mehr.

*gauuuuuutsch*

25 September 2006

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Nein, nicht nur, dass meine private, finanzielle sowie Wohnsituation momentan vollkommen zu Recht als desaströs bezeichnet werden kann, nein, nun spinnt auch noch das Internet. Es ist ein wenig so, als würde man sich mit einem bis zur französischen Grenze breiten Kiffer unterhalten. Nicht alles, was man ihm mitteilt kommt an, wenn es ankommt erfährt man es meistens nicht und bei zeitkritischen Anfragen kann das Ganze einigermaßen enervierend und chaotisch werden. Im Zuge dessen habe ich den Wochenendpost gleich 5 (!) mal vorgefunden. Wenigstens werden die Artikel lokal bearbeitet und erst zum Schluß der Gnade meines Internetzugangs übergeben.

Ähnlich frustrierend geht es gerade weiter. Die annehmbare Wohngelegenheit auf die ich mich bereits gefreut habe ist mir nun verwehrt. Angenehmerweise hielten es die restlichen Bewohner nicht für nötig mich darüber rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und so musste ich mich über die Auskunft bis ans Telefon eines anderen Hausbewohners durchleiten lassen, damit dieser ihnen eine Notiz hinterlässt sie mögen mich doch zurückrufen. Gut, ich hätte auch anrufen können, doch das wäre relativ zu dieser Lösung langweilig, weniger Zeitaufwendig und schlichtweg einfacher gewesen - hätte ich die Telefonnummer noch gehabt. Nun muss ich das Kunststück vollbringen bis zum Ende der Woche eine neue Bleibe zu finden, umzuziehen und dabei nicht vor Panik tot umzufallen. Die finanzielle Planung des ganzen hat Ähnlichkeit mit kreativer Buchführung und beinhaltet mehr Variablen als die Berechnung der Flugbahn eines unbekannten Körpers in einem 5 dimensionalen Raum dessen Volumen vollkommen unabhängig von seiner Form, Farbe und Telefonnummer ist. Jeder Programmierer würde sich die eigene Nase abbeißen wenn er es mit so vielen ineinander verschachtelten If-Schleifen zu tun hätte. Vielleicht sollte ich das Konzept wirklich mal einem von ihnen vorlegen, einfach nur um zu sehen wie er es versucht.

Alles in allem ein sehr überflüßiger Tag. Und mein Handy kam immernoch nicht an. Werde morgen mal O2 einen wenig kooperativen Anruf bescheren, gerade noch rechtzeitig, bevor sie versuchen die Telefonkosten für diesen Monat von meinem leeren Konto abzubuchen. Ob da ein Zusammenhang besteht? Ein klarer Fall für MaNiaC Holmes und Urvieh Watson!

*bedächtiggautsch*

24 September 2006

Working For The Weekend

Ich glaube Liedtitel als Überschriften zu verwenden könnten zum Markenzeichen werden. Wer diese Marke dann kauft ist eine andere Frage.

Natürlich sind solche Überschriften unterschwellige Botschaften und eine Art Goodie für alle Verständigen.Vordergründig ist das heute allerdings nur ein thematischer Hinweis auf den Wochenendartikel, welcher dieses mal zum größten Teil auf meinen Live-Beobachtungen des Stuttgarter Hauptbahnhofs basieren.

Dort, genauer zwischen U- und S-Bahn war ich zu einem ausserplanmäßigen Aufenthalt gezwungen um 16 Minuten auf eine U-Bahn zu warten die im 10-Minuten-Takt fährt. Klingt seltsam? Die Tatsachen sprechen für sich, selbst wenn sie niemand hören will.

Das wirklich interessante an diesem Aufenthalt war der Umstand, dass es Freitag abend, fast schon Samstag war und ich damit in den mittleren Partyverkehr Stuttgarts gerate bin. In Stuttgart scheint dies aber primär nur drei Gruppen zu betreffen:
Die Gother, die Punks und diverse Splittergruppen die ich unter Hopper zusammenfasse. Letztere waren von der Mann- und Fraustärke her geradezu überwältigend, wenn auch intellektuell abgeschlagen, und lehten, respektive hingen, an sämtlichen verfügbaren Geländern, immer bemüht so cool wie möglich auszusehen während man sich so schief wie möglich in Raum und Zeit befindet. Die Gother glänzten durchgehend mit Humor und Stilbewusstsein. Neben ihren durchweg lächelnden Gesichtern gefiehlen mir auch die zahlreichen Variationen von Schwarz, Stahl und unfertigen Rasuren. Meine Favoriten sind ganz klar "Miss Schwarze Pellwurst", zur Feier des Tages mit mehr Nieten als Haaren, und "Mr. 2-200-0", wobei die Zahlen für 2m Körperhöhe, geschätze 200 Kg Lebendgewicht und 0 Verständnis für Typgerechte Kleidung - beidseitiger Undercut, garniert mit Pferdeschwanz, eingehüllt in einen Mantel Marke "Neo" aus Elefantenhaut und stabilisiert von hochgekrempelten Hosen, damit die Springer gut zu erkennen sind - stehen.

Sehr angenehm waren hingegen die gut angetrunkenen Punks die zwar reichlich planlos aber freudig unterwegs waren. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Exemplar durch lauten und freudigen Ausspruch: "Schau mal! Ich habe ne Nazijacke an!! Ne Nazijacke! Aber mit dem Sticker hier!" und deutete auf ein durchgestrichenes, verfassungsfeindliches Symbol auf dem Aufnäher seiner Bomberjacke. Er scheint dieselbe Idee gehabt zu haben wie ich, denn er folgt offensichtlich dem Motto "Klaut den Nazis die Parolen/Symbole/Brieftaschen". Mehr wertvolles haben die ohnehin nicht anzubieten, sieht man mal von ihrem attraktiven Äußeren und hochgebildeten Ansichten und Freundinnen ab.

Während ich die Szene so beobachtete fiel mir auch wieder auf wieso ich die deutsche Pozileitruppe so schätze. Diesmal wurde ich zwar nicht vergebens nach Drogen durchsucht - ich teile nämlich nicht - sondern schluchtweg ignoriert. Sie waren wohl zu sehr damit beschäftigt Jugendliche Müll zusammensammeln zu lassen und verletzte junge Mädchen aus Prügeleien zu ziehen, statt diese zu verhindern, was angesichts des vorangehenden, fünfminütigen rhetorischen Disputs höchstens Niveaus nicht weiter schwer gewesen wäre, zu verhindern.

Zum Abschluß traf ich eine nette kleine Gruppe nicht zuordbarer Gesellen von denen ein Vertreter sich über die, gemäß dem großflächigen Rauchverbots in U-Bahnen eingerichteten, kleinen Raucherbereiche lustig machte indem er mit einer brennenden Zigarette in der Hand über einem langgezogenen Abflußgitter hin und her sprang und dazu rief "Legal - 15 Euro - Legal - 15 Euro", je nachdem auf welcher Seite der von ihm interpretierte Demarkationslinie er sich befand. Dass er in der U-Bahn meine Kleidung als Uniform fehlinterpretierte kann ich ihm großzügig verzeihen, denn schwarze Jeans und veraltete Armeejacken - nebst entfernter Landesflagge - sehen Flecktarnuniformen zum verwechseln ähnlich. Einen abschließenden Schmunzler entlockte mir der weibliche Part der Gruppe. Ich habe noch niemals erlebt, dass ein weibliche Person, die derart zivilisiert wirkt so herzhaft Fluchen kann, wenn sie sich darüber aufregt, dass ein jüngerer, türkischer Mitbürger ihr durch 2 U-Bahn-Fensterscheiben hindurch nahelegt mit ihr im sexuellen Kontext in Kontakt zu treten.


*gautsch*
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